Wie entstehen Bronchiektasen?

Man unterscheidet angeborene und erworbene Bronchiektasen. Die wichtigste Ursache der häufigeren erworbenen Bronchiektasen sind oft wiederkehrende bronchiale Infekte. Auch Masern, Tuberkulose, Lungenentzündungen und Keuchhusten können Bronchiektasen hervorrufen. Eine Verengung der Bronchien zum Beispiel durch Bronchialtumoren oder vergrößerte Lymphknoten und eine damit einhergehende Entzündung können ebenfalls die Ursachen für Bronchiektasen sein.

Die Häufigkeit, an Bronchiektasen zu erkranken, liegt bei etwa 50 Fällen pro 100.000 Einwohner. Die Tendenz ist rückläufig.

Die Lunge ist bei der angeborenen Form der Bronchiektasen nicht richtig entwickelt. Dadurch entstehen mit Sekret ausgefüllte Bronchialaussackungen, die die Infektionsgefahr erhöhen. Die angeborene Form der Bronchiektasen ist auch auf Erkrankungen wie zum Beispiel Mukoviszidose (Cystische Fibrose) zurückzuführen, eine erblich bedingte, angeborene Stoffwechselerkrankung der Drüsen. Charakteristisch für Mukoviszidose ist ein zähflüssiger Schleim in den Atemwegen, der das Vorkommen von Infektionen fördert.

Welche Symptome treten auf?

Bronchiektasen entstehen meist an kleinen bis mittleren Bronchien. Aufgrund der Erweiterungen der Bronchien ist der Abtransport des Bronchialschleims durch die Flimmerhärchen gestört. Der Schleim versackt in den erweiterten Bronchien und wird leichter von Bakterien besiedelt. Auf diese Weise entstehen chronische Entzündungen, die zu einem narbigen Umbau des Bronchial- und teilweise Lungengewebes führen.

Patienten mit Bronchiektasen produzieren deshalb meist sehr viel Auswurf (Sputum), der schlecht riecht und sich insbesondere in den Morgenstunden massiv entleert. Der Auswurf ist oft dreischichtig, bestehend aus Schaum, Schleim und Eiter. Der Husten kann aber auch trocken sein. Die Betroffenen husten oft und bekommen zunächst nur bei Belastung schlecht Luft. Später leiden sie bereits im Ruhestadium unter Atemnot.

Weitere Komplikationen der Bronchiektasen sind wiederholte bakterielle Infekte der Bronchien und der Lunge, Lungenblutungen, eitrige Abkapselungen in der Lunge (Abszesse) und Besiedlungen der Lunge mit Pilzen.

Die Erkrankung kann neben einem Versagen der Lunge als Gasaustauschorgan auch zu einer Überlastung des Herzens mit Schwäche vor allem des rechten Herzens führen.

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Bereits die Schilderung der typischen Beschwerden, verbunden mit der Krankenvorgeschichte des Betroffenen (zum Beispiel langjähriges Asthma oder schwere Lungeninfekte in der Kindheit) legen den Verdacht auf Bronchiektasen nahe. Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung mit Abhören und Abklopfen der Lungen. Der Arzt hört beim Abhören der Lunge häufig Rasselgeräusche und pfeifende Geräusche (Giemen).Anschließend wird der Auswurf untersucht. Eine Röntgenaufnahme der Lunge und vor allem eine Computertomografie der Brustorgane beweisen dann die Diagnose. Die hochauflösende Computertomographie (HRCT) wird heutzutage häufiger angewendet. Daher wird die Diagnose „Bronchiektasen“ einfacher und in früheren Stadien gestellt.

Bei Komplikationen wie immer wiederkehrenden Infekten oder dem Verdacht auf chronische Umbauvorgänge in der Lunge können noch weitere Untersuchungen notwendig sein. Dazu zählen Blutuntersuchungen und eine Spiegelung der Bronchien (Bronchoskopie), bei der Lungen- und Bronchialgewebe entnommen und anschließend untersucht wird.
Ein Elektrokardiogramm gibt gegebenenfalls Hinweise darauf, ob der Herzmuskel in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Die Lungenfunktion ist bei Bronchiektasen eingeschränkt. Daher kann der Arzt zur Diagnose auch eine Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) hinzuziehen. Mit Lungenfunktionsprüfungen lässt sich auch der Krankheitsverlauf kontrollieren.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Da es sich um unumkehrbare Veränderungen der Lunge handelt, ist das wichtigste Ziel, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Dabei steht die Therapie von Infektionen mit Antibiotika, die häufig über längere Zeiträume einzunehmen sind, im Vordergrund. Um einer Besiedelung der Bronchien mit Krankheitserregern vorzubeugen, können die Patienten Kochsalzlösung und schleimlösende Medikamente inhalieren.

Eine wichtige Rolle spielt zudem die Atemphysiotherapie. Die regelmäßige Atemtherapie dient dem besseren Abhusten des Sekrets. Inhalationen erweitern die Bronchien und lösen den Schleim. Eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr sorgt für einen flüssigeren Schleim, der sich leichter abhusten lässt.

Bei verengten Atemwegen können auch bronchienerweiternde und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz kommen. Bei Bedarf erhalten die Patienten Mittel gegen Pilzinfektionen.

In sehr schweren Fällen und bei Begrenzung der Bronchiektasen auf einen Lungenabschnitt kann auch eine operative Entfernung der veränderten Bronchien helfen.

Als letzte Möglichkeit bei stark fortgeschrittener Lungenschädigung kommt auch eine Lungentransplantation in Betracht.

Wie kann man vorbeugen?

Werden die Bedingungen, die zur Aussackung der Bronchien führen können, frühzeitig erkannt und konsequent behandelt, lässt sich die Erkrankung vermeiden oder ihr Verlauf wird zumindest abgemildert. Deshalb ist es wichtig, Bronchien und Lunge vor weiteren Schäden zu schützen. Folgende Maßnahmen können dazu beitragen:

  • Verzicht auf Rauchen
  • Impfungen gegen Erkrankungen, die zu Bronchiektasen führen oder den Krankheitsverlauf verschlechtern können, wie zum Beispiel Grippe- und Pneumokokkenimpfungen
  • Frühzeitige Behandlung von Infekten
  • Betroffene sollten auf ein gutes Abhusten achten, das heißt, es sollte möglichst wenig Auswurf in den Bronchiektasen verbleiben.