Die Therapie hängt von der Größe und der Lage des Tumors ab und von der Frage, ob sich Krebszellen bereits in den Lymphknoten und anderen Organen ausgebreitet haben. Für Sie ist es deshalb wichtig zu wissen, nach welchen Kriterien Tumoren klassifiziert werden und welche verschiedenen Stadien der Erkrankung es gibt. Dies erleichtert Ihnen die Entscheidung für die optimale Behandlung und hilft Ihnen außerdem, Ihre Situation richtig einzuschätzen.

Erste Schritte

Bei Verdacht auf Brustkrebs - erste Hinweise gibt oft eine Tastuntersuchung - wird zunächst eine Mammografie durchgeführt. Bestätigt sie die Vermutung, folgt eine Gewebsentnahme, die sogenannte Biopsie. Die Gewebeprobe liefert den Ärzten erste Hinweise auf die Art des Tumors. Unterschieden wird zwischen nichtinvasiven und invasiven Karzinomen. Erstere sind noch nicht in das umliegende Gewebe eingewachsen, man spricht von einer Frühstufe. DCIS beispielsweise ist eine solche nichtinvasive Form. Hier haben sich Zellen in den Milchgängen verändert, aus denen sich Krebs entwickeln kann. Ob eine Therapie sinnvoll ist und, wenn ja, welche Therapie die beste ist, wird in Absprache mit dem Arzt entschieden.

Als invasiv bezeichnen Fachleute Tumoren, die bereits in das benachbarte Gewebe eingedrungen sind. Hier besteht die Gefahr, dass sie Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen gebildet haben. Um dies abzuklären, können weitere Untersuchungen notwendig sein, zum Beispiel das Röntgen von Lunge und Brustkorb, eine Sonografie der Leber oder eine Skelettszintigrafie, die Auskunft über Knochenmetastasen gibt. So gut wie immer werden ein oder mehrere Lymphknoten untersucht, in der Regel aber erst bei der eigentlichen Krebs-OP.

TNM-Klassifikation

Die Größe des Tumors, der Befall von Lymphknoten mit Krebszellen und eventuelle Metastasen in anderen Organen werden in der sogenannten TNM-Klassifikation dargestellt.

Das T steht dabei für Tumor, bei der Größe gibt es einen Spielraum zwischen Tx, wenn der Tumor nicht beurteilt werden kann, T0, wenn es keinen Anhaltspunkt für einen Tumor gibt, über T1, T2, T3 bis hin zu T4. T4 bedeutet, dass sich der Tumor bereits in benachbarte Körperregionen, also Brustmuskulatur oder Haut, ausgedehnt.

Unter N wird ein eventueller Befall der Lymphknoten zusammengefasst: Nx bedeutet, dass eine Beurteilung nicht möglich ist, bei N0 wurde kein Befall festgestellt. N1 bis N3 sagt aus, ob in einem oder mehreren Achsellymphknoten oder sogar Brustlymphknoten Tumorzellen gefunden wurden.

Das M schließlich bezieht sich auf Metastasen. Bei Mx ist keine Beurteilung möglich. Bei M1 können Metastasen nachgewiesen werden. Auch die Tumorzellen selbst werden klassifiziert, und zwar in Bezug darauf, wie stark sie sich von gesunden Brustdrüsenzellen unterscheiden.

Zusätzliche Angaben

Darüber hinaus gibt es noch weitere Kategorien der Klassifizierung. Das sogenannte Grading etwa reicht von G1 bis G3 und gibt Hinweise darauf, wie bösartig und aggressiv ein Tumor ist.

Zudem bestimmen die Ärzte routinemäßig, ob Tumorrezeptoren vorhanden sind. Sie unterscheiden zwischen Hormon- und HER2-Rezeptoren. Diese bieten Hormonen wie Östrogen oder Gestagen oder Wachstumsfaktoren die Möglichkeit, sich an Tumorzellen anzukoppeln. Das kann das Voranschreiten der Krankheit fördern. Da es Medikamente gibt, die solche Rezeptoren hemmen oder blockieren können, ist es wichtig zu wissen, ob diese der betreffenden Patientin helfen können oder nicht.

Darüber hinaus halten Mediziner fest, ob die TNM-Einstufung nach ersten Untersuchungen erstellt wurde, ob bereits ein Eingriff stattgefunden hat, bei der die Ausbreitung eines Tumors sicher erkannt werden konnte, oder ob es sich um ein Rezidiv handelt. Ein kleines y vor dem T beispielsweise weist darauf hin, dass die Patientin bereits eine Chemo- oder Strahlentherapie erhalten hat.

Das Staging schließlich fasst die einzelnen Parameter der TNM-Klassifikation zu einer Gesamtbewertung des Schweregrads der Erkrankung zusammen. Die Einteilung der Stadien geht von einem geringen Schweregrad 0 bis zum hohen Schweregrad IV.