Röntgenbilder der Brust lassen Veränderungen des Brustgewebes erkennen. Bei der Mammographie wird die Brust vor der Aufnahme möglichst flach zwischen zwei strahlendurchlässigen Plexiglasscheiben zusammengedrückt. Je flacher das zusammengepresste Brustgewebe, desto besser das Röntgenbild. Viele Frauen empfinden das als unangenehm bis schmerzhaft, was nicht nur von der Schmerzempfindlichkeit der Frau sondern auch von der Beschaffenheit der Brust abhängt. 

Rund 90 Prozent der Frauen hat Schmerzen bei der Untersuchung, gut ein Drittel beschreibt sie als "mäßig". Fünf bis zehn Prozent empfinden die Schmerzen gar als "intensiv", was einem Wert von 70 auf einer Skala von 0 bis 100 entspricht. Der Maximalwert 100 bedeutet hierbei "stärkste Schmerzen". Es wundert also nicht, dass viele Frauen sich vor einer Mammographie fürchten.

Je dichter das Brustgewebe, desto schmerzhafter

Wie schmerzhaft die Untersuchung individuell ist, hängt von den Schmerzerfahrungen bei früheren Mammographien und von der Dichte des Brustgewebes ab. Hier gilt: Je dichter das Gewebe, desto schmerzhafter die Untersuchung. Hierunter leidet auch die Bereitschaft vieler Frauen, an weiteren Mammographien teilzunehmen, etwa im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung von Brustkrebs.

Frühere Studien haben gezeigt, dass körperliches Training oder Gymnastik die Schmerzen der Mammographie verringern können. Ein brasilianisches Forscherteam der Universität São Paulo hat nun in einer Studie mit 198 Frauen untersucht, ob und falls ja welche Form des Trainings am besten hilft. 

Dazu losten die Wissenschaftler die Teilnehmerinnen drei Gruppen zu: 66 Frauen machten nach dem Aufwärmen Dehn- und Streckübungen mit den Armen und 66 absolvierten ein Beintraining. Die übrigen Frauen nahmen an keinen Übungen oder Trainings teil.

Weniger Schmerzen durch Gymnastik

Vor Beginn der Mammografie lag der Schmerzwert im Schnitt bei fünf bis sechs Punkten auf der 100-Punkte-Skala. Frauen, die keine Übungen oder Trainings gemacht hatten, erreichten nach der Untersuchung eine Schmerzpunktzahl von 61, während die "Beintraining-Gruppe" bei 43 Punkten landete. Frauen, die vor der Mammographie Streckübungen für die Arme ausgeführt hatten, gaben im Mittel ein Schmerzlevel von 25 Punkten an. Bein- und Armtraining war demnach geeignet, die Schmerzen durch die Mammographie um etwa 30 beziehungsweise 60 Prozent zu senken.

In der Gruppe ohne Training gaben zudem 53 von 66 Frauen an, mäßige bis starke Schmerzen zu haben. In der "Beinübungsgruppe" waren es 41 und in der Gruppe mit den Armübungen nur 20. Der Anteil der Frauen mit mäßigen bis starken Schmerzen lag damit in der Gruppe mit dem Beintraining damit bei 62 Prozent und in der "Armübungsgruppe" bei 30 Prozent - im Vergleich zu 80 Prozent in der Gruppe ohne Übungen.

Die Ergebnisse legen nahe, dass sich Schmerzen nach der Mammographie durch einfache Übungen vor der Untersuchung erheblich verringern lassen, schlussfolgern die Forscher. Sie vermuten, dass die Übungen die Muskelspannung senken können, Ängste vor der Mammografie dämpfen und weniger schmerzempfindlich machen. Dies könnte auch dazu beitragen, die Teilnahme am Mammografiescreening zu erhöhen.