Für junge Brustkrebs-Patientinnen ist Kinderwunsch ein wichtiges Thema: Sie können zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose bereits schwanger sein, erst kürzlich entbunden haben oder planen erst eine Schwangerschaft. Neben der Sorge um das ungeborene oder neugeborene Baby fragen sich manche Frauen, ob eine Schwangerschaft die Überlebenschancen bei Brustkrebs verändert.

Forscher beobachteten Frauen mit Brustkrebs fünf Jahre lang

Eine Studie kanadischer Krebsmediziner gibt jetzt Entwarnung. Die Wissenschaftler hatten die Daten von 7.553 Brustkrebspatientinnen - schwanger und nichtschwanger - im Alter von 20 bis 45 Jahren miteinander verglichen und keine Unterschiede gefunden.

Für die Analyse teilten die Forscher die Frauen in vier Gruppen ein:

  • Die erste Gruppe bestand aus Frauen, die weder fünf Jahre vor, noch fünf Jahre nach der Krebsdiagnose schwanger waren. 
  • In der zweiten Gruppe befanden sich Frauen, die fünf bis ein Jahr vor der Diagnose schwanger geworden waren. 
  • Gruppe drei stellten Frauen mit schwangerschaftsassoziiertem Brustkrebs. Sie wurden elf Monate vor bis 21 Monate nach der Diagnose schwanger. 
  • Die vierte Gruppe bildeten Frauen, die 22 bis 60 Monate nach der Brustkrebsdiagnose schwanger wurden. 

Die Wissenschaftler beobachteten alle Frauen durchschnittlich etwas länger als fünf Jahre nach.

Prognose ist bei einer Schwangerschaft gut

Fünf Jahre nach der Diagnose lebten noch 82,1 Prozent der Frauen mit schwangerschaftsassoziiertem Brustkrebs, 87,5 Prozent der nicht-schwangeren Patientinnen und 85,3 Prozent der Frauen, die zwischen fünf und einem Jahr vor der Diagnose schwanger waren. Für Frauen, die sich erst nach der Diagnose für ein Kind entschieden und mindestens sechs Monate abgewartet hatten, lag die 5-Jahres-Überlebensrate bei 96,7 Prozent.

Frauen, die nie schwanger waren (Gruppe 1), hatten etwas seltener fortgeschrittene Tumoren, als Frauen, bei denen der Brustkrebs während der Schwangerschaft festgestellt wurde. In dieser Gruppe fanden sich auch etwas mehr Frauen, bei denen die Krebszellen die Lymphknoten befallen hatten. 

Schwangerschaft und Diagnose bei Frauen unter 30

Nach der Auswertung der Daten kommen die kanadischen Krebsmediziner zu dem Schluss, dass sich eine Schwangerschaft nicht negativ auf die Überlebenschancen von Brustkrebspatientinnen auswirkt. Zwar sei die 5-Jahres-Überlebensrate für Frauen, die direkt vor, während und unmittelbar nach der Diagnose schwanger wurden, geringfügig niedriger als bei nichtschwangeren Patientinnen. Doch dafür ist nach Aussage der Wissenschaftler nicht die Schwangerschaft, sondern das Alter zum Zeitpunkt der Diagnose verantwortlich – Frauen unter 30 mit schwangerschaftsassoziiertem Brustkrebs haben etwas niedrigere Überlebensraten.

Fazit

Wer nach der Brustkrebsdiagnose noch ein Kind bekommen möchte, dem empfehlen die Wissenschaftler, mit der Schwangerschaft mindestens sechs Monate zu warten. Dann sind die Überlebenschancen mit fast 97 Prozent ausgesprochen gut und liegen sogar noch über den Werten aller anderen untersuchten Gruppen.