Die Diagnose Brustkrebs hebt das bisherige Leben aus den Angeln und begleitet Patientinnen oft ein Leben lang. Sorgen und Ängste sind Teil ihres Alltags und sehr belastend. Gleichzeitig haben Betroffene häufig das Gefühl, dass Angehörige und Mitmenschen ihre krankheitsbezogenen Probleme nicht wirklich verstehen. Der Austausch in einer Selbsthilfegruppe kann helfen, seelischen Druck abzubauen und durch andere Betroffene neue Lebensperspektiven für sich selbst zu finden.

Was eine Selbsthilfegruppe ausmacht

In einer Selbsthilfegruppe treffen sich Menschen, die nicht nur ihr Leid, sondern auch ihr Wissen teilen. Als Expertinnen ihrer Krankheit kennen sie sich sowohl mit den Symptomen und den Therapiemöglichkeiten aus als auch mit den daraus erwachsenden Problemen. Wer hier über sich und seinen Alltag mit Brustkrebs spricht, kann sicher sein, dass sein Gegenüber weiß, was Chemotherapie oder Bestrahlung für den Körper bedeutet. Auch Angst und Frustration über Einschränkungen im Berufsleben und die Belastungen, denen die Partnerschaft ausgesetzt ist, kennen alle Teilnehmerinnen.

Selbsthilfe macht stark!

Aus den gemeinsamen krankheitsbedingten negativen Erfahrungen entwickelt sich schnell etwas Positives: das Gefühl, nicht allein zu sein! Außerdem ergeben sich aus den Gesprächen mit anderen oft neue Perspektiven für das eigene Leben.

Anregungen von Menschen, die selbst erkrankt sind, werden eher als umsetzbar empfunden als gut gemeinte Ratschläge von "Außenstehenden". Umgekehrt kann man selbst etwas weitergeben, sodass die persönlichen Erlebnisse anderen nutzen können. Die Gruppe hebt so die Isolation der Einzelnen auf und stärkt das Selbstvertrauen und die Solidarität.

Gemeinsam aktiv!

Viele Gruppen organisieren auch gemeinsame Ausflüge für ihre Mitglieder oder Informationsveranstaltungen, zu denen sie Experten als Referenten einladen. Andere treffen sich, um zusammen Entspannungsübungen zu machen oder sportlich aktiv zu werden.

Die gemeinsamen Unternehmungen fördern und fordern einen offenen Umgang mit der Krankheit, sich selbst und anderen. Das hilft, die Krankheit als Teil des eigenen Lebens zu akzeptieren - ein wichtiger Schritt, um den Alltag zu meistern.

Selbsthilfegruppen in der Nähe?

Es gibt viele regional aktive Selbsthilfegruppen. Entsprechende Informationen erhalten Interessierte deshalb oft über ihren Arzt oder im Internet. Brustkrebspatientinnen finden eine Vielzahl persönlicher Ansprechpartner beispielsweise auf der Internetseite des Bundesverbandes Frauenselbsthilfe nach Krebs:

www.frauenselbsthilfe.de.

Zudem bietet die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) eine Onlinedatenbank an. Hier erhalten Betroffene Kontakte zu regionalen Selbsthilfekontaktstellen, die einen Überblick über die Gruppen vor Ort haben:

www.nakos.de

Unter www.selbsthilfe-interaktiv.de finden Patientinnen zudem Internetforen. Die Kommunikationsplattform für gemeinschaftliche Selbsthilfe verweist ausschließlich auf unabhängige Angebote und legt Wert darauf, dass der Schutz der personenbezogenen Daten der Nutzerinnen gewährleistet ist. Für Krebspatientinnen erfüllt zum Beispiel das "Forum der Frauenselbsthilfe nach Krebs e. V." unter forum.frauenselbsthilfe.de die genannten Voraussetzungen.

www.selbsthilfe-interaktiv.de

Selbst eine Gruppe gründen

Brustkrebspatientinnen haben gute Chancen, ein Angebot in ihrer Nähe zu finden. Wenn nicht, steht es natürlich jeder frei, selbst eine Gruppe zu gründen. In diesem Fall wenden sich Interessierte am besten an die regionale Selbsthilfekontaktstelle.

Die Mitarbeiter dort bieten praktische Hilfestellung bei der Gruppengründung und bei der Öffentlichkeitsarbeit an. Sie stellen Hilfsmittel für die Arbeit und Räume für die Treffen zur Verfügung oder vermitteln diese. Hinweise und Antworten auf Fragen bietet auch der Leitfaden "Starthilfe zum Aufbau von Selbsthilfegruppen", der kostenlos auf der NAKOS-Homepage heruntergeladen werden kann.