Warum wird die Laufzeit verlängert?

Die Brustkrebstherapie hat sich über die Jahre weiterentwickelt. Das DMP wurde nun an die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Leitlinien angepasst.

Unter anderem werden bei hormonabhängigen Tumoren Antiöstrogene mittlerweile häufig über einen längeren Zeitraum als 5 Jahre, bis hin zu zehn Jahren eingesetzt. Auch wird nun auf mögliche Nebenwirkungen und langfristige Folgen der Tumortherapie stärker geachtet und mit geeigneten Maßnahmen frühzeitig gegengesteuert.

Durch die Programmverlängerung kann nun der gesamte Nachsorgezeitraum optimal mit abgedeckt werden.

Warum wird jetzt erst die Laufzeit auf 10 Jahre verlängert, obwohl schon länger bekannt ist, dass die Nachsorge in der Regel länger, bis hin zu 10 Jahren, dauert?

Programmanpassungen brauchen Zeit. Da sich DMP streng an evidenzbasierten Leitlinien orientieren, müssen für entscheidende Änderungen oftmals erst Studienergebnisse abgewartet werden. Die Notwendigkeit der längeren Nachsorge hat sich über die Jahre herausgestellt - zum Beispiel durch neue Erkenntnisse über Nebenwirkungen und Folgen der Tumortherapie und dem gewonnenen Wissen, welche Maßnahmen hier ergriffen werden können, um diesen entgegenzusteuern.

Wer entscheidet über Änderungen am DMP?

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legt die konkreten Inhalte des DMP verbindlich fest. Alle DMP werden zudem regelmäßig auf Aktualität und eventuellen Anpassungsbedarf geprüft. Das stellt sicher, dass Versicherte, die am DMP teilnehmen, immer nach dem neuesten Stand der medizinischen Wissenschaft und der besten verfügbaren Evidenz behandelt werden.

Was muss ich tun, um von der verlängerten Laufzeit zu profitieren?

Für alle Teilnehmerinnen, die am 1.10.2017 im laufenden DMP Brustkrebs sind, gilt die Laufzeitverlängerung automatisch. Sie müssen in dem Fall nichts tun.

Für Teilnehmerinnen, bei denen das DMP Brustkrebs am 1.10.17 bereits beendet ist, kann vom Arzt geprüft werden, ob eine neue Neueinschreibung für den restlichen verbliebenen Zeitraum sinnvoll ist. Der 10-Jahreszeitraum errechnet sich ab dem Datum der histologischen Sicherung des Tumors. Liegt das Datum der histologischen Sicherung des Tumors mehr als 10 Jahre zurück, ist keine Einschreibung mehr möglich.

Ich wurde nach 5,5 Jahren DMP Brustkrebs bereits vor dem 1.10.2017 ausgeschrieben. Kann ich nun wieder teilnehmen?

Der 10-Jahreszeitraum errechnet sich ab dem Datum der histologischen Sicherung des Tumors. Liegt das Datum der histologischen Sicherung des Tumors mehr als 10 Jahre zurück, ist eine Neueinschreibung nicht mehr möglich.

Liegt das Datum der histologischen Sicherung des Tumors weniger als 10 Jahre zurück, kann für den restlichen verbliebenen Zeitraum, bis die 10 Jahre erreicht sind, eine Neueinschreibung erfolgen. Hierfür füllen Arzt und Patientin eine Teilnahmeerklärung aus und der Arzt erstellt die Erstdokumentation.

Was passiert, wenn sich während der DMP-Teilnahme ein Rezidiv, ein kontralateraler Tumor oder Metastasen bilden?

Ab dem Datum der histologischen Sicherung eines Rezidivs oder kontralateralen Tumors verlängert sich die DMP-Teilnahme um weitere 10 Jahre. Bei Metastasen kann die Versicherte zeitlich unbegrenzt am DMP Brustkrebs teilnehmen.

Was ist bei Metastasen?

Bei Metastasen kann die Versicherte zeitlich unbegrenzt am DMP Brustkrebs teilnehmen.

Was ist, wenn ein Rezidiv, ein kontralateraler Tumor oder Metastasen nach Beendigung der DMP-Teilnahme auftreten?

In dem Falle ist eine Neueinschreibung in das DMP Brustkrebs möglich.

Ist mein Arzt / meine Ärztin über die Programmänderung informiert?

Der Arzt/ die Ärztin ist bereits über die Kassenärztliche Vereinigung über die Laufzeitverlängerung informiert.

Was muss ich tun, wenn ich nicht länger am DMP teilnehmen möchte?

Die Teilnahme am DMP ist freiwillig und kann jederzeit schriftlich oder telefonisch bei der Krankenkasse gekündigt werden.

Welche Vorteile hat das DMP für mich?

Die Vorteile sind unter TK-Plus - machen Sie mit und Programminhalte zu finden.

Warum startet die veränderte Laufzeit bereits ein Jahr vor den anderen Programmänderungen im DMP Brustkrebs?

Programmänderungen brauchen in der Regel ein Jahr Vorlauf bis sie technisch und vertraglich in allen Regionen umgesetzt sind.

Bezüglich der Laufzeitverlängerung wurde hier aber eine pragmatische Ausnahme gemacht. Hierdurch können nun alle Teilnehmerinnen, die sonst innerhalb des einjährigen Anpassungszeitraums nach 5,5 Jahren Programmlaufzeit hätten ausgeschrieben werden müssen, im Programm bleiben und müssen dann nicht ab dem 1.10.2018 für die restliche Laufzeit neu eingeschrieben werden.

Gibt es bestimmte DMP-Schulungen für Brustkrebspatientinnen?

DMP-Schulungen für Brustkrebspatientinnen sind weiterhin nicht vorgesehen.

Bisher konnte ich 5,5 Jahre im DMP bleiben. Wie und ab wann berechnet sich der neue Zeitraum von 10 Jahren?

Bisher gab es bei der Berechnung des Teilnahmezeitraums die Unterteilung in "Primärtherapie" (Diagnose/OP/Bestrahlung/Chemotherapie), für die 1/2 Jahr berechnet wurde und "Nachsorgezeitraum", der mit 5 Jahren angesetzt war. Hieraus ergab sich der bis zum 30.9.2017 geltenden Teilnahmezeitraum von insgesamt 5,5 Jahren.

Ab dem 01.10.2017 ist der Zeitraum auf 10 Jahre erweitert. Der Beginn dieses 10-jährigen Zeitraums liegt auf dem Datum der histologischen Sicherung des Tumors.

Wie oft muss ich zur Kontrolle beim Arzt?

Die Frequenz der Arzttermine orientiert sich an der individuellen Situation der einzelnen Patientin und kann entsprechend deutlich über der allgemeinen Empfehlung liegen.

Diese lautet: vierteljährliche Arzttermine in den ersten drei Jahren, halbjährliche Arzttermine im 4. und 5. Jahr und danach mindestens einmal jährlich ein Kontrolltermin. Zudem ist in der Nachsorge mindestens einmal pro Jahr eine Mammographie vorgesehen.