Da das eigene Verhalten den Krankheitsverlauf und somit die Lebensqualität beeinflusst, ist es für Patienten mit COPD wichtig, sich intensiv mit ihrer Erkrankung auseinanderzusetzen. Den Patienten zum Experten machen, das ist das erklärte Ziel bei der Therapie der COPD. Wer gut über seine Krankheit Bescheid weiß, kann die Symptome reduzieren und trotz der Erkrankung ein möglichst normales Leben führen.

Werden Sie Ihr eigener Gesundheitsmanager

Ihre Mitarbeit und Ihr Verständnis der COPD sind der Schlüssel zur Behandlung. Je aktiver Sie sich beteiligen, desto besser für Ihre Gesundheit. Selbstverantwortung und Selbstmanagement sind wichtige Elemente des Behandlungsplans. Akzeptieren Sie die Diagnose - die Erkrankung lässt sich nicht heilen. Aber Patienten, die beispielsweise Warnsignale frühzeitig erkennen, können Verschlechterungen abwenden.

Um mit einer chronischen Erkrankung wie der COPD gut zurechtzukommen, ist es wichtig, dass Sie gut über die Krankheit informiert sind. Nur wer weiß, worum es geht, kann eine Therapie verstehen und gegebenenfalls mitentwickeln. Nehmen Sie an einer Patientenschulung teil. Dort erhalten Sie viele wichtige Informationen über die Krankheit, ihre Risikofaktoren, die richtige Anwendung von Inhalierverfahren und darüber, wie Medikamente wirken. Sie lernen auch, wie Sie sich in einem Notfall verhalten sollen. So erhalten Sie das "Rüstzeug" für das Management Ihrer COPD. Die TK übernimmt die Kosten für eine solche Schulung. Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem Arzt.

Therapietreue ist wichtig

Studien zeigen, dass chronisch kranke Patienten mit der dauerhaften Befolgung der ärztlichen Empfehlungen häufig Schwierigkeiten haben. Viele lassen Medikamente weg und kümmern sich wenig um die Anweisungen ihres Arztes. Mediziner sprechen von mangelnder "Compliance" oder mangelnder "Adhärenz" des Patienten. "Compliance" und "Adhärenz" lassen sich mit "Therapietreue" übersetzen. Gemeint ist, dass der Patient das Konzept einer Therapie versteht, akzeptiert und umsetzt. Dazu gehört beispielsweise, Medikamente wie verordnet einzunehmen. Wer seine Präparate weglässt, weil er seinen Gesundheitszustand für stabil hält, oder die Einnahme vergisst, nimmt auf Dauer unnötig die Verschlechterung seines Zustandes in Kauf.

Die medikamentöse Therapie Ihrer Krankheit setzt nicht nur auf kurzfristige und direkt fühlbare Wirkungen, sondern auch auf eine langfristige Verbesserung des Krankheitsverlaufs. Haben Sie Angst vor Nebenwirkungen eines Präparats oder kommen Sie mit einem Inhalierverfahren nicht klar, besprechen Sie das mit Ihrem Arzt, anstatt die Behandlung auf eigene Faust abzubrechen.

"Therapietreue" bei COPD bedeutet allerdings mehr als die richtige Einnahme von Medikamenten. Fast immer beinhaltet das Therapiekonzept auch eine Lebensstiländerung: Nur wer mit dem Rauchen aufhört, einen aktiven Lebensstil pflegt und sich gesund ernährt, kann der Krankheit auf Dauer wirklich etwas entgegensetzen. Doch gerade die Befolgung dieser Regeln ist schwierig und erfordert Disziplin. Das kann nur gelingen, wenn Sie die Behandlung Ihrer Krankheit zu Ihrem persönlichen Lebensziel erklären.

Das Patiententagebuch

Damit Sie die Erkrankung optimal selbst kontrollieren können, sollten Sie in einem Patiententagebuch regelmäßig Symptome und Peak-Flow-Werte protokollieren. Dadurch erhalten Sie bald einen sicheren Überblick über den Verlauf/Status Ihrer Erkrankung. Das Tagebuch sollte zu jedem Arztbesuch mitgenommen werden. So kann jeweils gemeinsam mit dem Arzt besprochen werden, ob zum Beispiel eine Anpassung der Medikamente erforderlich ist.