Deutsche Mediziner sprechen von einer "chronisch-obstruktiven Bronchitis". Mit Ihnen leiden allein in Deutschland etwa drei bis fünf Millionen Menschen an dieser dauerhaften Entzündung und Verengung der Atemwege, die in 80 Prozent der Fälle auf das Rauchen zurückgeht.

Welche Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden, richtet sich danach, wie sehr Ihre Lunge bereits in Mitleidenschaft gezogen ist. Mediziner unterscheiden vier COPD-Stadien, die sich nach den Ergebnissen der Lungenfunktionsprüfung richten.

Maßgeblich für die Einteilung ist die sogenannte "Einsekundenkapazität". Damit ist die Luftmenge gemeint, die Sie nach tiefstmöglichem Einatmen innerhalb einer Sekunde ausatmen können - so, als würden Sie versuchen, die Kerzen auf einer Torte auszublasen. Diese Luftmenge wird zusätzlich ins Verhältnis zur sogenannten "Vitalkapazität" gesetzt. Diese wiederum bezeichnet das Lungenvolumen bei langsamer maximaler Ein- und Ausatmung.

Als Ergebnis erhält der Arzt die "relative Einsekundenkapazität". Bei einem gesunden Menschen beträgt diese 75 Prozent oder mehr. Bei Menschen mit COPD weniger. Je nach dem Wert der "relativen Einsekundenkapazität" werden COPD-Patienten in die folgenden vier Stadien eingeteilt:

Leichtgradige COPD (Schweregrad I)

Die "relative Einsekundenkapazität" liegt bei mindestens 80 Prozent des Normalwerts. Regelmäßiger Husten und Auswurf sind typisch, viele Betroffene nehmen ihre Lungenfunktion aber nicht als eingeschränkt wahr. Die wichtigste Maßnahme in diesem Stadium ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Dabei können spezielle Betreuungsangebote und Medikamente helfen. Umfangreiche Informationen bietet hierzu das Informationsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.rauchfrei-info.de. Außerdem sollten sich Menschen mit leichtgradiger COPD gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen, weil sie besonders anfällig für solche Infekte sind.

Mittelgradige COPD (Schwergrad II)

Die „relative Einsekundenkapazität“ beträgt zwischen 50 und 80 Prozent des Normalwerts. Typisch sind täglicher Husten und Auswurf. Außerdem ist dieses Stadium mit zunehmender Atemnot, vor allem bei körperlicher Belastung, verbunden. Zusätzlich zum Verzicht aufs Rauchen und zu den bereits erwähnten Impfungen sollten dauerhaft Medikamente zur Erweiterung der Atemwege, sogenannte Bronchodilatatoren, genommen werden. Auch Ausdauer- und Krafttraining sowie eine spezielle Physiotherapie zur Verbesserung der Atmung und Schleimlösung werden empfohlen.

Schwere COPD (Schweregrad III)

Die "relative Einsekundenkapazität" liegt zwischen 30 und 50 Prozent des Normalwerts. Viele Lungenbläschen sind nicht mehr funktionsfähig. Die Betroffenen haben schon bei geringer Anstrengung oder sogar in Ruhe Atemnot. Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Maßnahmen kann der Arzt Kortison zum Inhalieren verordnen. Es bekämpft die Entzündung und hat wegen seiner geringen Dosierung nur ein geringes Risiko für Nebenwirkungen.

Sehr schwere COPD (Schweregrad IV)

Das Endstadium der Krankheit, die "relative Einsekundenkapazität" ist kleiner als 30 Prozent des Normalwerts. Das Lungengewebe wird unelastisch und zieht sich beim Ausatmen nicht mehr vollständig zusammen, die Lungenbläschen reißen. Der Sauerstoffgehalt im Blut nimmt ab, der Kohlendioxidgehalt steigt. Die Patienten leiden schon in Ruhe unter Atemnot. Wenn die Lunge so stark geschädigt ist, dass die Sauerstoffversorgung nicht mehr ausreicht, ist eine Sauerstofflangzeittherapie sinnvoll: Der Patient inhaliert über eine Nasensonde 16 bis 24 Stunden pro Tag. Eventuell ist eine Operation zum Entfernen funktionsloser Lungenblasen zu erwägen. Das letzte Mittel zur Behandlung der COPD ist eine Lungentransplantation.