Husten, Auswurf, Atemnot, Engegefühl in der Brust: Die Symptome bei Asthma und der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD ähneln einander sehr. Für den Patienten ist es aber wichtig, dass der Arzt die Krankheit richtig diagnostiziert. Denn die Therapien unterscheiden sich deutlich.

COPD ist eine Alterserkrankung - Asthma nicht

Tatsächlich gibt es einige charakteristische Merkmale, die für die eine oder die andere der beiden Atemwegserkrankungen sprechen. Das beginnt bereits mit dem Alter der Patienten. Asthma tritt meist bereits in der Kinder- und Jugendzeit auf, bei der Erstdiagnose sind die Patienten entsprechend jung.

COPD dagegen ist eine typische Alterserkrankung und wird oft erstmals diagnostiziert bei Betroffenen, die das sechste Lebensjahrzehnt bereits erreicht haben. Begonnen hat die Erkrankung jedoch meist schon früher. Sie entwickelt sich schleichend und es dauert einige Zeit, bis die ersten stärkeren Symptome auftreten.

Allergien Ursache für Asthma - Rauchen für COPD

Asthma zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen hierzulande, etwa zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen sowie fünf Prozent der Erwachsenen leiden darunter. In den meisten Fällen sind Allergien die Ursache. Etwa 50 bis 80 Prozent der erwachsenen Patienten leiden unter allergischem Asthma.

Ganz anders bei COPD: Schätzungsweise zehn Prozent der Menschen ab dem 40. Lebensjahr sind an COPD erkrankt, in den meisten Fällen ist jahrelanges Rauchen Grund für die Erkrankung.

Für die Diagnose wichtig: wie oft Atemnot auftritt

Atemnot tritt bei Asthma anfallsartig auf; oft gibt es einen Auslöser, zum Beispiel eine allergische Reaktion. Zudem erleben die Betroffenen häufig einen Wechsel zwischen gesünderen und kränkeren Phasen, leiden also womöglich monatelang gar nicht an ihrer Erkrankung, bevor sie dann wieder auftritt.

Demgegenüber verspüren COPD-Patienten Luftnot so gut wie immer bei körperlicher Belastung, auch wenn die Erkrankung bei ihnen noch nicht so stark ausgeprägt ist. In einem späteren Stadium bleibt ihnen auch im Ruhezustand "die Luft weg".

Der Blick auf die Atemwege ist entscheidend

Der deutlichste Unterschied zwischen Asthma und COPD zeigt sich beim Blick auf die Atemwege. Asthmapatienten weisen eine Überempfindlichkeit der Bronchien auf. Mediziner sprechen dann von einer Hyperreagibilität. Das ist bei COPD-Patienten nicht zwangsläufig der Fall. Sie leiden an einer Verengung der Atemwege, einer Obstruktion. Diese ist dauerhaft und nicht mehr vollständig umkehrbar.

Bei der Diagnose spielt deshalb der sogenannte Reversibilitätstest mit bronchienerweiternden Medikamenten eine wichtige Rolle. Wer an COPD leidet, profitiert von diesen Mitteln nicht, Asthmapatienten dagegen schon: In "guten" Phasen oder wenn sie medikamentös perfekt eingestellt sind, können ihre Atemwege vollständig frei sein.

Nur so ist es möglich, dass Menschen mit Asthma auch Leistungssport betreiben. Prominente Beispiele sind die frühere Eisschnellläuferin Anni Friesinger-Postma und Exschwimmerin Sandra Völker, die beide mehrere Olympiamedaillen errangen.

Was ist das Asthma-COPD-Overlap-Syndrom?

In einigen Fällen ist eine klare Unterscheidung zwischen Asthma und COPD nicht möglich. Experten sprechen dann von einem Asthma-COPD-Overlap-Syndrom (ACOS). Dies macht die Therapie besonders schwierig. Während Asthma in der Regel gut in den Griff zu bekommen ist, kann COPD wegen der nicht mehr rückgängig zu machenden Obstruktion nur symptomatisch behandelt werden. Asthmapatienten sprechen gut auf Kortisonpräparate an, da die Medikamente auf die Überempfindlichkeit der Bronchien einwirken und Entzündungsreaktionen unterbinden. Bei COPD steht dagegen im Mittelpunkt, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen - medikamentös, aber auch mithilfe von Verhaltensregeln. ACOS-Patienten benötigen, je nach Schweregrad, eine Kombination aus verschiedenen Therapien.