COPD ist mit einer verstärkten Atemarbeit verbunden. Auch in Ruhe verbraucht der Körper mehr Energie als bei Gesunden. Appetitmangel und beim Essen zunehmende Atemnot können dazu beitragen, unbeabsichtigt Gewicht zu verlieren.

Ist die COPD fortgeschritten, entwickeln sich deshalb häufig Mangelernährung und Untergewicht mit einem reduzierten Body Mass Index (BMI). Der BMI ist eine Maßzahl zur Bewertung des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergröße und errechnet sich, indem das in Kilogramm gemessene Körpergewicht durch die zum Quadrat genommene Körpergröße in Metern geteilt wird. Ergebnis ist ein Wert mit der Einheit Kilogramm pro Quadratmeter (kg/m²).

Normalgewicht besteht im Bereich des BMI zwischen 18,5 und 24,9. Unterhalb des Wertes von 18,5 spricht man von Untergewicht, oberhalb von 25 von Übergewicht. Patienten mit COPD ist ein Gewicht im oberen Normbereich zu empfehlen. Ob von Mangelernährung zu sprechen ist, hängt aber nicht nur vom BMI ab, sondern auch vom Anteil der Muskelmasse. Gewichtsverlust, Schwäche und abnehmende Muskelkraft können auf eine Mangelernährung hinweisen.

Muskelaufbau mit Kohlenhydraten und Proteinen

Bei der Ernährung kommt es also darauf an, den erhöhten Energiebedarf durch eine angepasste Kalorienzufuhr zu decken. Daneben ist die Zusammensetzung der Nährstoffzufuhr wichtig. Kohlenhydrate, vor allem aus Getreide, und leicht verdauliches Eiweiß sorgen für einen Erhalt der Muskelmasse. Eine fettreiche Ernährung dagegen kann zwar für mehr Gewicht sorgen, erhöht allerdings den Fettanteil im Körper. 

Geeignet sind Brot, Nudeln, Kartoffeln, Getreidegerichte mit Ei, Käse, Joghurt und andere Milchprodukte. Diese Nahrungsmittel lassen sich in vielen Gerichten kombinieren, zum Beispiel Pellkartoffeln mit Quark oder Nudelauflauf mit Käse. Daneben sollten Obst und vor allem Gemüse regelmäßiger Bestandteil des Speiseplans sein.

So lassen sich Beschwerden beim Essen lindern

Verschiedene Maßnahmen und Veränderungen können Beschwerden bessern, die in Zusammenhang mit dem Essen auftreten. 

Bei Untergewicht und Appetitmangel empfehlen sich hochkalorische Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Zusatznahrung. Butter, Margarine, Sahne, Öl und Nüsse können Gerichte anreichern und spenden Energie.

Starke Atemnot kann das Essen beeinträchtigen. Hilfreich kann es sein, sich vor dem Essen auszuruhen, Bronchien-erweiternde Medikamente (Bronchiendilatatoren) einzunehmen und Sekret abzuhusten. Langes Essen und eine nach vorne gebeugte Haltung bei Essen (Kutscher-Haltung) können erleichternd wirken. Zwischen den Bissen kann die Lippenbremse angewendet werden. Wem einkaufen und kochen zu schwerfällt, kann auf Mikrowellengerichte oder Essenbring-Services rückgreifen. Eine hochkalorische Zusatznahrung hilft mit, den Energiebedarf zu decken.

Stellt beim Essen zu schnell ein Sättigungsgefühl ein, hilft es, vor und während dem Essen nicht zu trinken und damit eine Stunde zu warten.

Nicht zuletzt können Zahnprobleme das Essen erschweren. Deshalb sind regelmäßige Zahnarztbesuche wichtig. Weiche kalorienreiche Speisen erfordern weniger Kauarbeit. Zucker kann den Zähnen schaden. Nach dem Essen empfiehlt es sich, die Zähne zu putzen und auf eine gute Mundhygiene zu achten.