Rauchen gilt als der wichtigste Risikofaktor für COPD. Umso wichtiger ist es für an COPD-Erkrankte, mit dem Rauchen aufzuhören. Das fällt vielen Rauchern sehr schwer. Immer mehr greifen deshalb zur elektronischen Zigarette (E-Zigarette). Aber, wie Studien zeigen, birgt auch die E-Zigarette Risiken für Lunge und Gesundheit.

Aldehyde im Dampf können der Gesundheit schaden

Das Prinzip von E-Zigaretten beruht auf dem Verdampfen einer Flüssigkeit (Liquid), die in unterschiedlichen Konzentrationen Nikotin enthält oder nikotinfrei ist. Ein Akku erhitzt die Flüssigkeit und verdampft sie. Durch einen Zug am Mundstück der E-Zigarette gelangt der Dampf in die Atemwege. Im Gegensatz zu Tabakzigaretten findet keine Verbrennung statt. Der eingeatmete Nebel enthält Propandiol, Glycerin, Lebensmittelaromen, Ethanol und wenig Wasser. In der Flüssigkeit können bis zu 16 Milligramm Nikotin enthalten sein, eine Zigarette enthält maximal 1,0 Milligramm.

Dementsprechend ist mit dem Dampfen der nikotinhaltigen Flüssigkeit die Gefahr verbunden, das Nervengift in hohen Mengen aufzunehmen, was zu Übelkeit, Bewusstseinsstörungen, Schwäche, Atem- und Kreislaufproblemen führen kann. Auch wenn die langfristigen Auswirkungen von E-Zigaretten unklar sind, geben einige Studien Anlass zu Vorsicht. 

Durch das Erhitzen von Propandiol und Glycerin entstehen giftige Aldehyde. Dazu gehören Formaldehyd und Acrolein. Die Internationale Agentur für Krebsforschung stuft Formaldehyd als krebserregend ein und auch Acrolein könnte Körperzellen schädigen. 

Veränderte Proteine, erhöhte Schleimproduktion

Kurzfristige Auswirkungen auf die Atemwege haben unlängst US-Forscher um Mehmet Kesimer des Marsico Lung Institute in Chapel Hill, North Carolina, untersucht. Wie erwartet, irritierten die Giftstoffe die Atemwege. Im Auswurf von Personen, die E-Zigaretten nutzten, ließen sich 81 verschiedene veränderte Proteine nachweisen - bei Rauchern waren es nur 44. 

Zugleich zeigte sich, dass E-Zigaretten zu einer vermehrten Schleimproduktion in den Bronchien führen. Dies legt den Wissenschaftlern zufolge den Verdacht nahe, dass das Dampfen ähnlich wie das Rauchen mit chronischen Lungenkrankheiten verbunden ist.

Bereits 2014 hatten schwedische Wissenschaftler gewarnt, E-Zigaretten könnten COPD begünstigen. Insbesondere das Nikotin könne zu Entzündungsreaktionen im Körper führen und auch das Risiko für COPD erhöhen.

Aromastoffe setzen Herzmuskel zu

Nicht unbedenklich könnten auch die zugesetzten Aromastoffe sein, zeigte eine anlässlich der Scientific Sessions der American Heart Association im November vorgestellte Untersuchung. Demnach schädigen einige Aromen wie Zimt und Zitrus Herzmuskelzellen auf direktem Wege, indem sie die Funktion von Herzmuskelzellen stören.

Experten empfehlen aufgrund der bislang dürftigen Studiendaten zu den kurz- und langfristigen Effekten der E-Zigarette, eine Raucherentwöhnung zu starten. Auch die Atemwegsliga e.V. empfiehlt einen kritischen Umgang mit E-Zigaretten. Sie hat für Interessierte zudem eine Information herausgegeben, die online abrufbar ist: