Täglich atmen wir etwa 20.000 Mal ein und aus. Mit jedem Atemzug gelangen neben Sauerstoff oft auch winzige Staubpartikel und Tröpfchen, reizende Schadstoffe und Krankheitserreger in die Atemwege. Zum Schutz ist der gesamte Atemtrakt mit einer Schleimhaut ausgekleidet, auf der sich feinste Flimmerhärchen hin- und her bewegen. Diese transportieren Staub, Fremdkörper und Krankheitserreger in Richtung Nasenrachenraum ab. Können diese Härchen ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen, entstehen schwere Atemwegsinfektionen und Atembeschwerden wie die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD).

Um die Behandlung für Betroffene zu verbessern, suchen Wissenschaftler auch nach genetischen Ursachen für den Defekt der Flimmerhärchen. Jetzt hat ein internationales Forscherteam unter Leitung der Göttinger Wissenschaftlerin Dr. Muriel Lizé ein spezielles Protein identifiziert, das für die Bildung der Härchen verantwortlich ist: das sogenannte Protein p73. Die Untersuchung an Mäusen ergab, dass Tiere, die dieses Protein nicht haben, weniger und kürzere Flimmerhärchen in ihren Atemwegen hatten als gesunde Tiere. Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, die Ursachen für Lungenleiden besser zu verstehen, erklärt das Forscherteam, das seine Ergebnisse im Fachmagazin "Genes & Development" veröffentlichte.