Die COPD beginnt meist schleichend. Gerade Menschen im Anfangsstadium der Erkrankung glauben oft fälschlicherweise, diese gut im Griff zu haben. Aber auch in einer späteren Phase gehen viele Betroffene davon aus, dass sie die Krankheit unter Kontrolle hätten - und unterschätzen die Gefahr schwerer Krankheitsschübe, sogenannter Exazerbationen.

Eine aktuelle Studie hat jetzt ergeben, dass sich solche Exazerbationen vor allem bei Patienten mit leichtem Krankheitsbild negativ auswirken und deshalb so weit wie möglich vermieden werden sollten. Schlimmstenfalls beschleunigen sie das Fortschreiten der Erkrankung.

Amerikanische Wissenschaftler untersuchten die Lungenfunktion von mehr als 2.800 COPD-Patienten. Alle waren frühere Raucher oder rauchten immer noch. Nach fünf Jahren wiederholten die Mediziner die Untersuchung und stellten fest, dass 37 Prozent in der Zwischenzeit mindestens einen schweren Krankheitsschub erlitten hatten. Dieser hatte unmittelbare Auswirkungen auf den FEV1-Wert, die sogenannte Einsekundenkapazität. Damit messen Mediziner die größtmögliche Menge an Luft, die eine Person innerhalb einer Sekunde forciert ausatmen kann. Der Wert nahm besonders stark bei denjenigen ab, bei denen die Krankheit bis dahin leichtgradig verlief.

Information und schnelles Handeln schützen

Bereits frühere Studien hatten gezeigt, dass von COPD-Betroffene wenig über die akuten Krankheitsschübe wissen und diese leicht unterschätzen. In einer 2013 veröffentlichten Online-Befragung von rund 2000 COPD-Patienten aus 14 Ländern gaben 40 Prozent an, sie verhielten sich bei einer sich ankündigenden Exazerbation zunächst abwartend und unternähmen nichts. Mehr als die Hälfte der Befragten mit einer leichteren COPD erklärten, sie kehrten bereits nach ein paar Tagen zur alltäglichen Routine zurück.

Je nachdem, wie stark die Exazerbation ist, ist jedoch oft schnelles Handeln gefragt. Sie macht sich in der Regel durch zunehmende Atemnot, Husten und Auswurf bemerkbar. Hauptursache für die Krankheitsschübe sind virale oder bakterielle Atemwegsinfekte. Zur Therapie gehören deshalb die Bronchien erweiternde Arzneimittel und gegebenenfalls Antibiotika und Kortison. Bei einem leichteren Schub können sich Betroffene oft selbst helfen, zum Beispiel mit Atemübungen wie der Lippenbremse.

Sie können viel für sich tun!

Mit jeder Exazerbation steigt das Risiko für eine weitere. Sie sollten daher den Schüben weitestgehend vorbeugen, ganz gleich in welchem Krankheitsstadium Sie sich befinden. Wenn Sie noch rauchen, sollten Sie auf jeden Fall damit aufhören. Infektionen lösen akute Schübe aus, beugen Sie Ihnen nach Möglichkeit durch ausreichend Schlaf und eine gesunde Ernährung vor. Auch ein ausreichender Impfschutz ist wichtig: Neben der jährlichen Grippeimpfung ist es für Sie empfehlenswert, sich gegen Pneumokokken immunisieren zu lassen. Vermeiden Sie darüber hinaus den Kontakt zu Mitmenschen, die an einem Atemwegsinfekt erkrankt sind. Und gerade im Winter heißt es: Vorsicht bei Nässe und Kälte.

Auch stickige oder verrauchte Luft ist ein möglicher Auslöser für eine Exazerbation. Dies gilt auch für Smog. Meiden Sie deshalb nach Möglichkeit stark befahrene Straßen und verqualmte Kneipen. Nehmen Sie das Angebot einer Schulung wahr: Dort wird nicht nur Atemgymnastik eingeübt, sondern Ihnen auch gezeigt, wie Sie mit Ihrer Erkrankung am besten umgehen. Lungensportgruppen gibt es in vielen Städten. Schließen Sie sich einer in Ihrer Nähe an. Sie verbessern Ihre Kondition und knüpfen neue Kontakte, beides erhöht Ihre Lebensqualität.