Eine chronische Erkrankung, wie COPD, begleitet Patienten ein Leben lang. Die mit der Erkrankung verbundenen Sorgen und Ängste sind Teil des Alltags und sehr belastend. Gleichzeitig haben Betroffene häufig das Gefühl, dass Angehörige und Mitmenschen ihre krankheitsbezogenen Probleme nicht wirklich verstehen. Der Austausch in einer Selbsthilfegruppe kann helfen, seelischen Druck abzubauen und durch andere Betroffene neue Lebensperspektiven für sich selbst zu finden.

In einer Selbsthilfegruppe treffen sich Menschen, die nicht nur ihr Leid, sondern auch ihr Wissen teilen. Als Experten ihrer Krankheit kennen sie sich sowohl mit den Symptomen und den Therapiemöglichkeiten aus als auch mit den daraus erwachsenden Problemen. Wer hier über sich und seinen Alltag mit COPD spricht, kann sicher sein, dass sein Gegenüber weiß, was es heißt, chronisch erschöpft zu sein und nach Atem zu ringen. Auch Angst und Frustration über daraus resultierende Einschränkungen im Berufsleben und in der Freizeit kennen alle Teilnehmer.

Selbsthilfe macht stark!

Aus den gemeinsamen krankheitsbedingten negativen Erfahrungen entwickelt sich schnell etwas Positives: das Gefühl, nicht allein zu sein! Außerdem ergeben sich aus den Gesprächen mit anderen oft neue Perspektiven für das eigene Leben. Anregungen von Menschen, die selbst erkrankt sind, werden eher als umsetzbar empfunden als gut gemeinte Ratschläge von Außenstehenden. Umgekehrt kann man selbst etwas weitergeben, sodass die persönlichen Erlebnisse anderen nutzen können. Die Gruppe hebt so die Isolation der Einzelnen auf und stärkt das Selbstvertrauen und die Solidarität.

Gemeinsam aktiv!

Viele Gruppen organisieren auch gemeinsame Ausflüge für ihre Mitglieder oder Informationsveranstaltungen, zu denen sie Experten als Referenten einladen. Andere treffen sich, um zusammen Entspannungsübungen zu machen oder sportlich aktiv zu werden. Die gemeinsamen Unternehmungen fördern und fordern einen offenen Umgang mit der Krankheit, sich selbst und anderen. Das hilft, die Krankheit als Teil des eigenen Lebens zu akzeptieren - ein wichtiger Schritt, um den Alltag zu meistern.

Selbsthilfegruppen in der Nähe?

Es gibt viele regional aktive Selbsthilfegruppen. Entsprechende Informationen erhalten Interessierte deshalb oft über ihren Arzt oder im Internet. COPD-Patienten finden eine Vielzahl persönlicher Ansprechpartner beispielsweise auf der Internetseite der Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland. Zudem bietet die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) eine Onlinedatenbank an. Hier erhalten Betroffene Kontakte zu regionalen Selbsthilfekontaktstellen, die einen Überblick über die Selbsthilfegruppen vor Ort haben.

Unter www.selbsthilfe-interaktiv.de finden Patienten zudem passende Internetforen. Die Kommunikationsplattform für gemeinschaftliche Selbsthilfe verweist ausschließlich auf unabhängige Angebote und legt Wert darauf, dass der Schutz der personenbezogenen Daten der Nutzer und Nutzerinnen gewährleistet ist. Für Menschen mit Atemwegserkrankungen wie COPD erfüllt zum Beispiel "Das Lungennetzwerk - Forum" die genannten Voraussetzungen.

Selbst eine Gruppe gründen

Wer unter COPD leidet, hat gute Chancen, ein Angebot in seiner Nähe zu finden. Wenn nicht, steht es jedem frei, selbst eine Gruppe zu gründen. In diesem Fall wenden sich Interessierte am besten an die regionale Selbsthilfekontaktstelle. Die Mitarbeiter dieser Einrichtungen bieten praktische Hilfestellung bei der Gruppengründung und bei der Öffentlichkeitsarbeit an. Sie stellen Hilfsmittel für die Arbeit und Räume für die Treffen zur Verfügung oder vermitteln diese. Hinweise und Antworten auf Fragen bietet auch der Leitfaden "Starthilfe zum Aufbau von Selbsthilfegruppen", der kostenlos auf der NAKOS-Homepage heruntergeladen werden kann.