Welche Impfungen sind bei COPD sinn­voll?

Die Abgrenzung zwischen COPD und Asthma ist nicht immer eindeutig, dennoch ist eine richtige Diagnose für eine erfolgreiche Therapie wichtig. 

Menschen mit COPD sind von den sogenannten "AHA"-Symptomen betroffen: Atemnot, Husten, Auswurf. Lungeninfektionen können dazu beitragen, dass sich diese Krankheitsanzeichen verschlimmern. Man spricht von einer Exazerbation. 

Vorbeugende Schutzimpfungen können vor bestimmten Krankheitserregern schützen und packen die Ursache von Infektionen an der Wurzel. Deshalb empfiehlt die ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts neben den Standardimpfungen zusätzliche Impfungen für Menschen mit COPD.

Lungenabwehr bei COPD geschwächt

Der Körper hat sich einige Mechanismen einfallen lassen, um seine Gewebe vor eindringenden Krankheitserregern zu schützen. Gerade die Atemwege stellen eine Eintrittspforte für Keime dar und sind deshalb mit besonderen Schutzmechanismen ausgerüstet. Die Lungenschleimhaut ist grundsätzlich dazu in der Lage, auf das Eindringen von Keimen zu reagieren und sie zu eliminieren. Die meisten Krankheitserreger, die unsere Atemwege erreichen, haben dadurch keine Chance, weiter in den Körper einzudringen. 

Allerdings ist die Lunge bei COPD vorgeschädigt und die Lungenabwehr dadurch geschwächt. Das öffnet vielen Eindringlingen Tür und Tor. Sie besiedeln das Lungengewebe und verursachen so weitere Schäden und Beschwerden. Schutzimpfungen können diese Lücke des Immunsystems füllen, indem sie Infektionen vorbeugen. 

Grippeschutzimpfung

Besonders wichtig bei COPD ist die jährliche Grippeschutzimpfung gegen Influenza-Viren. Die echte Grippe (Influenza) ist mit einem normalen Schnupfen (grippalen Infekt) nicht zu vergleichen. Sie verläuft schon bei Gesunden schwerer als eine Erkältung. Für Menschen mit geschwächter Abwehr ist sie eine gefährliche Krankheit, die mit Komplikationen einhergehen kann. Dazu gehören zum Beispiel Lungen- oder Herzmuskelentzündungen.

Menschen mit COPD sollten sich deshalb jeden Herbst möglichst impfen lassen, bevor die Grippewelle ausbricht. Da sich Influenzaviren ständig verändern, entwickelt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich einen neuen Impfstoff. So kann nur eine regelmäßige Grippeimpfung vor den aktuell relevanten Viren schützen.

Impfung gegen Pneumokokken

Auch eine Impfung gegen Pneumokokken ist bei COPD empfehlenswert. Pneumokokken sind kleine, rundliche Bakterien und gehören zu den Streptokokken. Sie bewohnen zwar auch die Atemwege Gesunder, können sich aber auch gut vor der körpereigenen Abwehr verstecken. Daher gehören sie bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem zu den häufigsten Verursachern der bakteriellen Lungenentzündung. 

Da Menschen mit COPD eine beeinträchtigte Lungenabwehr aufweisen, sollten sie sich deshalb vor diesen Erregern zu schützen. Die Impfung gegen Pneumokokken ist nur einmalig vorgesehen und kann gemeinsam mit der Grippeimpfung erfolgen.