Um Darmkrebs vorzubeugen, sollte man sich ausreichend bewegen und Übergewicht vermeiden beziehungsweise abbauen: Übergewichtige Personen haben ein doppelt so hohes Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, wie Normalgewichtige.

Regelmäßige körperliche Aktivität, zum Beispiel zügiges Spazierengehen, von etwa sieben Stunden pro Woche kann das Risiko für Dickdarmkrebs um 40 Prozent senken. Besonders effektiv sind Ausdauersportarten, die mit einem hohen Energieverbrauch einhergehen, zum Beispiel Schwimmen, Radfahren oder Joggen. Vermutlich führt intensive Bewegung zum Absterben potenzieller Krebszellen und zur Bildung bestimmter Gene, die das Wachstum von Krebszellen unterdrücken.

Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung kann ebenfalls vor Darmkrebs schützen. Rotes und verarbeitetes Fleisch (etwa Wurst) sollten nicht jeden Tag auf dem Speiseplan stehen. Empfehlenswert ist der Verzehr von Obst und Gemüse (fünf Portionen täglich). Auch folsäure- und kalziumreiche Ernährung trägt zur Verringerung des Darmkrebsrisikos bei.

Eine Einschränkung des Alkoholkonsums und Nikotinverzicht sind ebenfalls empfehlenswert.

Mineralstoff- oder Vitamintabletten als Nahrungsergänzungsmittel werden zur Vorbeugung nicht empfohlen.

Früherkennungsuntersuchungen

Ein weiterer wichtiger Baustein zur Vorsorge ist die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen ab dem Alter von 50 Jahren. Ein Test auf verstecktes Blut im Stuhl und eine Darmspiegelung (Koloskopie) liefern Hinweise auf Anzeichen einer Krebserkrankung. Grundlage für die Stuhltestung auf verstecktes Blut ist die Tatsache, dass kolorektale Karzinome häufiger bluten als die normale Darmschleimhaut. Ein positives Testergebnis macht die endoskopische Untersuchung des gesamten Dickdarmes erforderlich.

Im Rahmen der Darmspiegelung kann der Arzt Geschwulste, die sich zu einer Krebserkrankung entwickeln könnten, frühzeitig entfernen. Von entscheidender Bedeutung ist, dass die Koloskopie mit höchstmöglicher Qualität durchgeführt wird. Für die Durchführung der Koloskopie existieren in Deutschland klare Richtlinien.

Bei unauffälligem Befund sollte die Koloskopie nach zehn Jahren wiederholt werden.

Bei Beschwerden sollte man nicht bis zum nächsten "Vorsorge"-Termin warten, sondern sofort zum Arzt gehen. Ernst zu nehmende Warnzeichen sind beispielsweise Blut im Stuhl, anhaltende Veränderungen der Stuhlgewohnheiten oder sich wiederholende stärkere Bauchschmerzen. Diese Beschwerden können auch Hinweise auf andere Darmerkrankungen sein, sollten aber vom Arzt untersucht werden.

Familiäre Häufung

Etwa 20 bis 30 Prozent der Fälle von Darmkrebs, genauer einem kolorektalen Karzinom - darunter versteht man einen bösartigen Tumor des Dickdarms oder des Mastdarms - treten "familiär gehäuft" auf. Das bedeutet, dass ein gehäuftes Vorkommen der Krebserkrankung innerhalb einer Familie beobachtet werden kann, ohne dass man aber konkrete genetische Ursachen identifizieren kann. Man spricht dann von einem "familiären kolorektalen Karzinom".

Für Verwandte ersten Grades (Eltern, Geschwister, Kinder) eines Patienten mit einem kolorektalen Karzinom ist das Risiko zwei bis dreifach erhöht. Eine weitere, drei- bis vierfache Risikosteigerung liegt vor, wenn der Verwandte vor dem 60. Lebensjahr erkrankt ist und/oder mehr als ein Verwandter ersten Grades von einem kolorektalen Karzinom betroffen ist. Für Verwandte ersten Grades von betroffenen Patienten kann das Risiko weiter aufgeteilt werden. So ist das Risiko für die Geschwister ungefähr 2,5-fach höher als für die Kinder. Ist der Betroffene nach dem 60. Lebensjahr erkrankt, ist das Risiko für die erstgradig Verwandten nur noch gering erhöht.

Bei Darmkrebserkrankungen in der Familie oder bei Vorliegen einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) können Früherkennungsuntersuchungen schon vor dem 50. Lebensjahr sinnvoll sein. Das sollte mit dem Arzt besprochen werden.