Bauch­spei­chel­drü­sen-Trans­plan­ta­tion

Die Methode der Bauchspeicheldrüsen-Transplantation wird bereits seit Langem angewandt. In der Regel erzielt man hierbei gute Ergebnisse. 

Eine Transplantation der Bauchspeicheldrüse kann den Blutzuckerstoffwechsel von Typ-1-Diabetikern zumindest vorübergehend vollständig normalisieren. Nach einem Jahr sind noch etwa 75 Prozent der transplantierten Bauchspeicheldrüsen funktionsfähig und etwa 60 bis 70 Prozent der Patienten benötigen auch fünf Jahre nach der Transplantation keine Insulinspritzen mehr.

Bei einigen Patienten normalisieren sich die Blutzuckerwerte über mehr als zehn Jahre. Komplikationen des Diabetes, insbesondere die Retinopathie (Augenschädigungen), bilden sich meist zurück. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere diabetesbedingte Komplikationen schreiten nach der Transplantation nicht mehr so schnell voran.

Allerdings geht die Transplantation auch mit Risiken einher. Zum einen können bei der Operation selbst erhebliche Komplikationen auftreten, zum anderen besteht die Gefahr, dass es zur Abstoßung der Spenderorgane kommt. Um das Risiko der Abstoßung zu minimieren, müssen die Patienten lebenslang Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva). Diese Medikamente können eventuell die Nieren schädigen. Außerdem besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Der Eingriff wird überwiegend dann in Erwägung gezogen, wenn bereits ein Nierenversagen eingetreten ist und eine regelmäßige Blutwäsche (Dialyse) erforderlich ist. In diesem Fall erhält der Patient eine Bauchspeicheldrüse in Kombination mit einer Niere von einem geeigneten Spender. Man nennt dies kombinierte Nieren-Bauchspeicheldrüsen-Transplantation.

Eine Voraussetzung für die Transplantation ist, dass die Blutgruppen zwischen Spender und Empfänger kompatibel sind. Die erkrankte Bauchspeicheldrüse entfernt man bei der Operation nicht. Die fremde Bauchspeicheldrüse übernimmt die Funktion der kranken Drüse: die Produktion von Insulin.

Aufgrund der begrenzten Zahl von Spenderorganen können allerdings nur wenige Patienten von dieser Methode profitieren. Derzeit erfolgt der Eingriff in Deutschland bei etwa 140 Patienten pro Jahr.
Im Jahr 2012 hat man in den deutschen Transplantationszentren insgesamt 4.555 Organe übertragen - davon 161 Bauchspeicheldrüsen, meist in Kombination mit einer Niere, so die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO).