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Eine häufige Komplikation beim Diabetes mellitus ist die Schädigung der Nieren, die diabetische Nephropathie. Bleibt sie unbehandelt, droht irgendwann ein Nierenversagen mit Dialysepflicht. Außerdem ist bei Diabetikern mit Nierenschäden auch das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung deutlich erhöht. 

Nierenschäden gehören zu den häufigsten Folgeerkrankungen des Diabetes. Sie betreffen Typ-1-Diabetiker ebenso wie Typ-2-Diabetiker. Einer Studie aus dem Jahr 2014 zufolge haben etwa zehn Prozent der Typ-2-Diabetiker in Deutschland eine Nephropathie, bei den Typ-1-Diabetikern sind etwa 15 Prozent von einer Nephropathie betroffen.

Die Nieren verlieren langsam ihre lebensnotwendige Filterfunktion und die aktive Ausscheidungsfunktion für Schlackenstoffe.

Die Nieren entgiften den Körper zum Beispiel von Stoffwechsel-Abfallprodukten oder von Medikamenten. Viele kleine Knäuel aus Blutgefäßen, die Nierenkörperchen, sind für die Filtervorgänge in den Nieren zuständig. Ist der Blutzucker erhöht, so werden die Innenwände der Blutgefäße in den Nierenkörperchen beschädigt. Die Filterfunktion der Nieren lässt auf Dauer nach. Auch weitere, bei Diabetes mellitus typische Veränderungen, haben daran ihren Anteil. Ein hoher Blutdruck und Fettstoffwechselstörungen kommen bei Diabetikern häufig vor und beschleunigen das Fortschreiten der Nephropathie. Das gilt auch für das Rauchen.

Die diabetische Nephropathie entwickelt sich schleichend über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Die ersten Veränderungen an den Nieren vollziehen sich, ohne dass der Patient etwas davon merkt. Wenn es zu erhöhten Blutdruckwerten oder Wasseransammlungen in den Beinen kommt, sind die Nieren oft schon dauerhaft geschädigt.

Drohende Dialyse

Schließlich können die Nieren ihre lebenswichtige Funktion im Körper nicht mehr aufrechterhalten. Damit das Blut trotzdem ausreichend von Schadstoffen befreit wird, muss der betroffene Diabetiker an die Dialyse, er wird dialysepflichtig: Ein Drittel aller Patienten in Deutschland, die sich regelmäßig einer Blutwäsche (Dialyse) unterziehen müssen, sind Diabetiker.

Bei der Dialyse wird die Funktion der geschädigten Nieren durch Maschinen außerhalb des Körpers ersetzt. Obwohl die Verfahren zur Blutwäsche innerhalb der vergangenen Jahre technisch weiterentwickelt wurden, bergen sie eine Vielzahl an möglichen Komplikationen und einen erheblichen Verlust an Lebensqualität. Eine Nierentransplantation kann die Situation deutlich verbessern.

Vorbeugen

Damit es nicht zu einer Dialysepflicht kommt, ist es wichtig, eine Nierenschädigung so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln. Die Anfangsstadien der Nephropathie verursachen in der Regel keine Beschwerden. Die Nierenschädigung bleibt daher vom Patienten oft lange Zeit unbemerkt. Allerdings kann der Arzt mithilfe entsprechender Urin-Untersuchungen bereits frühzeitig eine leichte Erhöhung der Eiweißausscheidung im Urin (Mikroalbuminurie) feststellen.

Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Einstellung der Blutzuckerwerte beim Diabetes und dem Auftreten von Nierenschäden. Daneben spielen auch der Blutdruck und die Blutfette eine Rolle. Zu hohe Blutdruckwerte können das Voranschreiten einer diabetischen Nephropathie deutlich beschleunigen.

Die beste Vorsorge ist eine möglichst normnahe Blutzuckereinstellung. Darüber hinaus sollten auch die Blutdruck- und Blutfettwerte im Normalbereich liegen.

Bei Diabetikern mit gut eingestellten Blutzucker-, Blutdruck- und Blutfettwerten entwickelt sich die Nephropathie weniger häufig oder lässt sich sogar ganz vermeiden. Außerdem sollten Diabetiker unbedingt auf das Rauchen verzichten. Der Nikotinkonsum fördert Nierenerkrankungen ebenfalls.

Wird die Nephropathie in einem sehr frühen Stadium behandelt, können sich die Veränderungen unter Umständen sogar wieder ganz zurückbilden.

Wichtig ist, die Nierenfunktion durch den behandelnden Arzt regelmäßig kontrollieren zu lassen. Bei den Untersuchungen prüft der Arzt, ob und in welcher Höhe Eiweiß (Albumin) mit dem Urin ausgeschieden wird, und ob die Werte für Kreatinin und Harnstoff im Blut erhöht sind.

Tipp: Die möglichst gute Einstellung der Blutzuckerwerte und des Blutdrucks ist nicht nur für die Niere, sondern auch für das Herz, die Augen und das Nervensystem der beste Schutz vor Folgeerkrankungen.