Da die Wahrscheinlichkeit, diabetesbedingte Folgekrankheiten zu bekommen, schon im Vorstadium des Diabetes (Prädiabetes) erhöht ist, kommt der frühzeitigen Diagnose und optimalen Behandlung des Diabetes eine bedeutende Rolle zu.

Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ist das Risiko von Diabetikern für

  • eine koronare Herzkrankheit um das Zwei- bis Dreifache,
  • einen Schlaganfall um das Zwei- bis Dreifache,
  • eine Augenerkrankung mit Erblinden um das Zehn- bis 25-Fache,
  • ein Nierenversagen um das 15- bis 20-Fache und
  • eine Beinamputation um das Fünf- bis Acht-Fache erhöht.

Der Anteil von Diabetikern mit Folgekrankheiten ist dank der verbesserten Versorgung allerdings heute im Vergleich zu früher deutlich gesunken. So liegt die Rate der Diabetiker mit Augenerkrankungen bis zum Erblinden heute dank der Lasertherapie, die ein Fortschreiten der Retinopathie in vielen Fällen stoppt, bei weniger als einem Prozent.

Mehr als 75 Prozent aller Todesfälle bei Diabetikern lassen sich auf eine fortgeschrittene Herz-Kreislauf-Erkrankung, vor allem auf Herzinfarkte, zurückführen. Besonders betroffen sind übergewichtige Typ-2-Diabetiker, die neben dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten zusätzlich unter einem Bluthochdruck und einer Fettstoffwechselstörung leiden.

Untersuchungen haben gezeigt, dass von allen Patienten mit Herzinfarkt etwa 17 Prozent ein Diabetes bekannt war. Hinzu kommen viele weitere Patienten, bei denen der Diabetes bisher nicht diagnostiziert wurde. Auffällig ist, dass vor allem beim Typ-2-Diabetes die krankhaften Gefäßveränderungen früher auftreten, schneller voranschreiten und oft ein außergewöhnlich großes Ausmaß erreichen. Heutzutage wird das Herz-Kreislauf-Risiko von Typ-2-Diabetikern ähnlich hoch eingeschätzt wie bei Nicht-Diabetikern, die bereits an einer koronaren Herzkrankheit leiden.

Besonders alarmierend ist in diesem Zusammenhang die Beobachtung, dass der Typ-2-Diabetes immer häufiger auch bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden hiervon viele bereits im mittleren Erwachsenenalter eine ernste Herz-Kreislauf-Erkrankung entwickeln.