Mit Ihrem eigenen Verhalten können Sie den Erfolg Ihrer Diabetes-Therapie positiv beeinflussen. 

Da das eigene Verhalten den Krankheitsverlauf und somit die Lebensqualität beeinflusst, ist es für Patienten mit Diabetes enorm wichtig, sich intensiv mit ihrer Erkrankung auseinanderzusetzen. Den Patienten zum Experten machen ist das erklärte Ziel bei der Therapie des Diabetes. Wer gut über seine Krankheit Bescheid weiß, kann trotz der Erkrankung ein weitgehend normales Leben führen.

Werden Sie Ihr eigener Gesundheitsmanager

Ihre Mitarbeit und Ihr Verständnis des Diabetes sind der Schlüssel zur Behandlung. Je aktiver Sie sich beteiligen, desto besser für Ihre Gesundheit. Selbstverantwortung und Selbstbehandlung sind wichtige Elemente des Behandlungsplans. Akzeptieren Sie die Diagnose - die Erkrankung lässt sich nicht heilen. Aber Patienten, die beispielsweise Warnsignale frühzeitig erkennen, können Notfallsituationen und Folgeerkrankungen frühzeitig erkennen und abwenden.

Um mit einer Erkrankung wie Diabetes gut zurechtzukommen, müssen Sie gut über die Krankheit informiert sein. Nur wer weiß, worum es geht, kann eine Therapie verstehen und gegebenenfalls mitentwickeln. Geschulten Diabetikern geht es besser: Sie leiden seltener unter Stoffwechselentgleisungen und haben bessere Blutzuckerwerte. Nehmen Sie deshalb an einer Patientenschulung teil. Dort lernen und üben Sie den richtigen Umgang mit Insulin, Tabletten, Spritzen, Pumpen, Austauschtabellen und Broteinheiten. So erhalten Sie das "Rüstzeug" für das Management Ihres Diabetes.

Ebenso wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Haus- und Facharzt: Nur so können Folgeerkrankungen frühzeitig erkannt und therapiert werden. Denken Sie also eigenständig an notwendige Arztbesuche und bringen Sie immer Ihre Aufzeichnungen über Ihre selbst gemessenen Blutzuckerwerte mit. Alle drei Monate sollten Sie zum Check-up beim Hausarzt, ein- bis zweimal im Jahr sind ein neurologischer Check, Untersuchungen von Blut, Gefäßen und Nieren sowie ein Besuch beim Augen- und beim Zahnarzt ratsam.

Therapietreue ist wichtig

Studien zeigen, dass chronisch kranke Patienten mit der dauerhaften Umsetzung der ärztlichen Empfehlungen häufig Schwierigkeiten haben. Viele lassen Medikamente weg und kümmern sich wenig um die Anweisungen ihres Arztes. Mediziner sprechen von mangelnder "Compliance" oder mangelnder "Adhärenz" des Patienten. "Compliance" und "Adhärenz" lassen sich mit "Therapietreue" übersetzen. Gemeint ist, dass der Patient das Konzept einer Therapie versteht, akzeptiert und die Ratschläge des Arztes befolgt.

Zur Therapie einer Zuckerkrankheit gehören eine dem Diabetes angepasste Ernährung, ausreichend Bewegung, regelmäßige Kontrollen des Blutzuckerwertes, gegebenenfalls die Behandlung mit Tabletten und/ oder Insulin (unverzichtbar bei Typ-1-Diabetikern) und vor allem bei Typ-2-Diabetikern die Bekämpfung des Übergewichts. "Therapietreue" bei Diabetes bedeutet also viel mehr als nur die richtige Einnahme von Medikamenten. Regeln zu befolgen, wie sich gesund zu ernähren, sich ausreichend zu bewegen oder ein Diabetikertagebuch zu führen, ist im Alltag manchmal schwierig und erfordert viel Disziplin. Das kann nur gelingen, wenn Sie die Behandlung Ihrer Krankheit zu Ihrem persönlichen Lebensziel erklären. Denken Sie nicht: "Ich kämpfe gegen den Diabetes", sondern: "Ich strenge mich für ein gesundes Leben an, das mir Spaß macht" - positive Motivation ist besser als negative.

Sie stehen im Mittelpunkt:

Ärzte, Kliniken, ambulante Gruppen und Ihre Krankenkasse arbeiten bei der Behandlung Ihrer Krankheit zusammen. Sie als aktiver Patient stehen im Mittelpunkt: Planen Sie die Therapie gemeinsam mit Ihrem Arzt und arbeiten Sie mit ihm zusammen. Die Krankheit soll nicht über Ihr Leben bestimmen. Sorgen Sie gut für sich, übernehmen Sie Verantwortung. So können Sie den Verlauf Ihres Diabetes positiv beeinflussen.