Insel­zell­trans­plan­ta­tion

Eine Behandlungsmöglichkeit für Typ-1-Diabetiker ist die Transplantation von Inselzellen. 

Hierbei isoliert man Pankreas-Inseln aus der Bauchspeicheldrüse von Organspendern. Diese Inselzellen enthalten die Insulin produzierenden Betazellen. Der Empfänger erhält die Inselzellen über einen Katheter in die Vene, die zur Leber führt, transplantiert. Die gesamte Prozedur findet bei lokaler Betäubung der Einstichstelle des Katheters (in den meisten Fällen an der Leiste) statt.

Die übertragenen Inselzellen sollen sich im Maschenwerk der Leber verteilen, um von dort aus die Hormone Insulin und dessen Gegenspieler Glukagon zur Blutzuckerregulation herzustellen und an die Blutbahn abzugeben.

Ein Hauptziel dieser Behandlungsmethode ist, dass der Körper wieder selbst Insulin produziert und der Typ-1-Diabetiker kein Insulin mehr spritzen muss.

Die bisherigen Ergebnisse waren jedoch eher ernüchternd. Die Inselzelltransplantation zeigt bis heute nur begrenzte Wirkungen. Eine Normalisierung des Blutzuckerstoffwechsels bleibt meist nur vorübergehend bestehen. Die Leistung der transplantierten Zellen lässt auf Dauer wieder nach. Zwar verringerte sich der Insulinbedarf bei den meisten Patienten, auf Dauer heilen konnte die Inselzelltransplantation einen Typ-1-Diabetes aber nicht.

Früher oder später mussten die Patienten wieder Insulin spritzen, weil die Leistung der transplantierten Zellen mit der Zeit wieder nachlässt. Dennoch verringert sich nach der Inselzelltransplantation die Häufigkeit von Unterzuckerungen und auch von diabetischen Folgeerkrankungen.

Weltweit wurden bisher erst etwa 1.300 Inselzelltransplantationen vorgenommen. Nach einem Jahr war noch die Hälfte der Patienten insulinunabhängig, nach drei Jahren nur noch 35 Prozent der Patienten.

Weitere Hürden sind, dass die meisten Patienten mehr als eine Inselzelltransplantation benötigen. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Spenderorgane ist jedoch begrenzt.

Ein zusätzliches Problem, an dem Wissenschaftler weltweit arbeiten, ist die Abstoßung der transplantierten Zellen durch den Empfänger. Um dies zu verhindern, müssen die Patienten lebenslang Immunsuppressiva einnehmen. Das sind Medikamente, die das Immunsystem künstlich unterdrücken. Leider ist die Anwendung der Immunsuppressiva häufig mit schwerwiegenden Nebenwirkungen, zum Beispiel einem hohen Infektionsrisiko, verbunden. Es gelingt auch nicht immer, die Abstoßungsreaktion bei dem Empfänger eines Inselzelltransplantats vollständig zu unterdrücken.

Weltweit wird zum Thema Inselzelltransplantation intensiv geforscht. Ob, wann und in welchem Umfang diese Methode in der Zukunft praxistauglich wird, ist nach wie vor unklar.