Professor Stephan Martin vom Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum in Düsseldorf stellte im Rahmen der Jahrestagung 2015 der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) die bis dahin noch nicht veröffentlichten Ergebnisse einer Studie vor. Daran hatten sich 200 Menschen mit Typ-2-Diabetes beteiligt. Sie litten im Durchschnitt elf Jahre an der Stoffwechselerkrankung, waren größtenteils übergewichtig und nahmen bereits zwei Antidiabetika ein, ohne dass eine zufriedenstellende Blutzuckereinstellung gelang.

Eingeteilt in eine Interventionsgruppe und eine Kontrollgruppe, bekamen alle Patienten und Patientinnen eine Waage sowie einen Schrittzähler, deren Daten automatisch an die Wissenschaftler übermittelt wurden. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Interventionsgruppe erhielten zudem über drei Monate telemedizinische Unterstützung durch Diabetesberaterinnen und nahmen regelmäßig ihre Blutzuckerwerte ab. Des Weiteren nahmen sie an einem Motivationsprogramm teil, machten eine Diät und stellten ihre Ernährung auf kohlenhydratarme Kost um. Gleichzeitig erhielten die Probanden weniger orale Diabetika sowie Insulin.

Nach drei Monaten, so Professor Martin, fiel der HbA1c-Wert in der Kontrollgruppe um 0,2 und in der Interventionsgruppe um 1,0 Prozentpunkte. Dieser Wert zeigt an, wie gut der Blutzucker über einen längeren Zeitraum vom Körper kontrolliert werden kann. Auch ein Jahr später lag der Wert in der Interventionsgruppe noch 0,7 Prozentpunkte unter dem Ausgangswert. Zudem hatten die Teilnehmer im Schnitt sechs Kilogramm abgespeckt und ihre Blutdruckwerte verbessert.