Gesund­heits­ge­fähr­dend: sozialer Jetlag

Ein unregelmäßiges Schlafverhalten begünstigt die Entstehung von chronischen Krankheiten, wie Diabetes mellitus Typ 2. 

Passt unser Schlafverhalten nicht mit unserer inneren Uhr zusammen, sprechen Chronobiologen von einem sozialen Jetlag. Darunter leiden insbesondere Schichtarbeiter. Eine Reihe von Studien belegt, dass sie ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, koronare Herzerkrankung und Diabetes Typ 2 haben. Alles bedingt durch den ständig gestörten Tagesrhythmus. Doch auch schon kleinere Verschiebungen der inneren Uhr, wie sie bei "normalen" Arbeitnehmern auftreten, können Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Das ergaben Studien von Wissenschaftlern der Universität Pittsburg um Patricia M. Wong.

Untersucht haben sie 447 Frauen und Männer im Alter zwischen 30 und 54 Jahren. Alle waren an mindestens 25 Stunden in der Woche beruflich eingebunden. Bei 85 Prozent der Personen veränderten sich die Schlafzeiten an freien Tagen im Vergleich zu Arbeitstagen: Sie gingen später ins Bett und standen später auf. 15 Prozent handelten umgekehrt, sie standen früher auf. 

Bei denjenigen, bei denen der Schlafzeitraum an freien Tagen am meisten von dem an regulären Arbeitstagen abwich, fanden die Forscher Veränderungen, die als Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes gelten: Das Cholesterinprofil verschlechterte sich, der Insulinspiegel stieg und der Taillenumfang sowie der Body-Mass-Index nahmen zu.