Gewichts­ver­lust kann Diabetes wieder vertreiben

Auch nach langjährigen Krankheitsgeschichten lässt sich Diabetes Typ 2 mitunter besiegen: Der Schlüssel ist, überschüssige Pfunde zu verlieren. 

Diabetes Typ 2 gilt als Wohlstandserkrankung. Durch einen bewegungsarmen Lebensstil und die ständige Verfügbarkeit kalorienreicher Nahrungsmittel steigt der Körperfettanteil. Fettzellen reagieren verglichen mit Muskelzellen jedoch nur schlecht auf den körpereigenen Botenstoff Insulin, der es dem Blutzucker ermöglicht, in Körperzellen zu gelangen, die Energie benötigen. Man spricht von einer Insulinresistenz, die ein erster Hinweis auf eine beginnende Zuckerkrankheit sein kann. 

Vermehrtes Fett in der Leber stört den Zuckerstoffwechsel zusätzlich. Lagert sich auch Fettgewebe in der Bauchspeicheldrüse ein, kann diese nur noch wenig Insulin freisetzen und der Blutzuckerspiegel bleibt dauerhaft zu hoch. Der Stoffwechsel braucht dadurch unterstützend Medikamente und manchmal sogar Insulinpräparate, um den Körper weiterhin ausreichend mit Energie versorgen zu können.

Körperfett senken - Bauchspeicheldrüse in Schwung bringen

Früher galt Diabetes Typ 2 als chronische Krankheit, die man in der Regel lebenslang behandeln muss. Schon immer gab es aber Fälle, in denen sich die Zuckerwerte verbesserten. Man spricht bei sich normalisierenden Blutwerten davon, dass die Erkrankung "in Remission" geht.

Zwei englische Studien konnten nun zeigen, dass sich die Diabetes-Typ-2-Erkrankung entgegen bisheriger Annahmen auch nach bis zu zehn Jahren bessern kann und sich manchmal sogar heilen lässt. Schlüssel ist die Gewichtsreduktion, die der Bauchspeicheldrüse hilft, die Insulinproduktion wieder aufzunehmen.

Die Ergebnisse der Studien geben Hinweise darauf, dass vor allem eingelagertes Fett in der Bauchspeicheldrüse dafür verantwortlich ist, dass der Botenstoff Insulin vermindert ausgeschüttet wird. Gewicht abzunehmen, hilft in der Bauchspeicheldrüse Fett abzubauen und die Stoffwechsellage zu verbessern. 

Purzelnde Pfunde mit geringerer Kalorienzufuhr und mehr Bewegung

In den Studien führte vor allem eine verminderte Kalorienzufuhr zu einer Gewichtsabnahme. Doch auch Bewegung kann helfen, Fett zu verbrennen, wenn die täglich zugeführte Energie niedriger ist als die vom Körper verbrauchte. Muskeln systematisch aufzubauen, unterstützt zusätzlich die Stoffwechsellage.

Um sein Körpergewicht erfolgreich zu reduzieren, ist es sinnvoll, seinen Lebensstil so umzustellen, dass die neuen Gewohnheiten auch dauerhaft beibehalten werden können. Dazu eignen sich eine ausgewogene Kost und Aktivitäten, die sich in den Alltag integrieren lassen.

Wer über 15 Kilogramm abnimmt, hat große Chancen auf eine Remission

86 Prozent der Teilnehmer einer Studie an der Universität Newcastle, die in zwölf Monaten über 15 Kilogramm verloren hatten, wiesen nach der Gewichtsabnahme normale HbA1c-Werte auf - ohne Medikamente einnehmen zu müssen. Dieser Wert lässt Rückschlüsse auf die Blutzuckerspiegel der letzten acht bis zwölf Wochen zu und ist ein wichtiger Laborparameter in der Diabetes-Diagnostik.

Der Leiter der Untersuchungen, Professor Roy Taylor, beobachtete solche Remissionen bei Studienteilnehmern mit bis zu zehnjähriger Krankheitsgeschichte.