Die Diagnose Diabetes greift in das Leben ein. Gewohnheiten müssen überprüft, das Essverhalten verändert werden. Häufig ist auch eine Therapie mit Medikamenten nötig. Wer an Typ-2-Diabetes erkrankt, muss nicht immer gleich Insulin nehmen. Häufig funktioniert die Herstellung des Hormons in der Bauchspeicheldrüse zum Zeitpunkt der Diagnose noch, aber die Körperzellen sprechen immer schlechter darauf an. Für Sie sind - neben einer Veränderung des Lebensstils - Mittel geeignet, die die Insulinproduktion stimulieren oder den Glukosestoffwechsel beeinflussen. Erst später kommen Insulininjektionen hinzu. Ob und wann dies notwendig ist, wird von Fall zu Fall entschieden - abhängig vom Alter des Patienten und von eventuellen weiteren Erkrankungen.

Im Durchschnitt etwa zehn Jahre nach der Diagnose wird es für Menschen mit Typ-2-Diabetes Zeit, Insulin zu nehmen. Häufig in Kombination mit Medikamenten, die schon vorher Bestandteil der Therapie waren. So mag es tagsüber ausreichend sein, mithilfe von Tabletten, einer angepassten Ernährung und Bewegung den Blutzucker zu senken. Abends hilft dann eventuell ein sogenanntes Verzögerungsinsulin, den Wert auch über Nacht auf einem angemessenen Niveau zu halten. Diese Insuline wirken dank der Zugabe von Verzögerungsstoffen wie Zink oder Protamin über einen längeren Zeitraum. Infrage kommt dieses Vorgehen zum Beispiel, wenn vor allem die morgendlichen Nüchternheitswerte zu hoch sind.

Bei der alleinigen Behandlung mit Insulin gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kann bei einer starren Insulintherapie Verzögerungsinsulin mit kurz wirkendem Insulin kombiniert werden: Die Insulinmenge, der Umfang der Nahrung und der Zeitabstand der Einnahme sind hier klar festgelegt. Demgegenüber wird bei einer intensivierten Therapie zu jeder Mahlzeit ein kurzfristig wirkendes Insulin eingenommen. Zusätzlich kann ein lang wirkendes Insulin, das 1- oder 2-mal täglich gespritzt wird, den Grundbedarf decken. Diese Therapie ist nur nach einer entsprechenden Schulung möglich, denn Voraussetzung ist die selbstständige und regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte.

Selbst spritzen

Dafür sollte der Arzt zunächst Ihren zu erreichenden Blutzuckerwert festlegen. Zu Hause reagieren Sie dann auf abweichende Werte mit einer angepassten Insulinmenge. Ursache für eine Unterzuckerung kann zum Beispiel eine ausgelassene Mahlzeit sein, Alkoholkonsum oder ungewohnte zusätzliche körperliche Betätigung. Im Falle einer häufigen Unterzuckerung spritzen Sie womöglich zu viel Insulin; die Dosis muss also reduziert werden. Erhöht werden sollte sie dagegen, wenn Ihr Blutzuckerspiegel über mehr als zwei Tage hinweg zu hoch ist. Ein kurzfristig höherer Insulinbedarf kann nötig sein im Falle einer Infektion oder anderer Krankheiten, bei der Einnahme bestimmter Medikamente wie Kortison oder bei Bewegungsmangel zum Beispiel nach einem Beinbruch. Eine grundsätzliche Veränderung der Insulindosis sollten Sie nur in Rücksprache mit Ihrem Arzt vornehmen.

Jeder Diabetiker sollte sein Insulin möglichst selbst spritzen können, um unabhängig von fremder Hilfe zu sein. Exakt dosieren können Sie das Mittel mit einem Pen, der mehr und mehr die Spritze ersetzt und einfach zu verwenden ist. Noch einfacher funktioniert die Insulinpumpe: Sie ist programmierbar und gibt, am Körper getragen, über einen unter der Haut liegenden Schlauch regelmäßig eine bestimmte Menge Insulin ab. 

Allerdings nutzt die beste Therapie nichts, wenn Sie nicht gleichzeitig Ihren Lebensstil ändern. Gerade bei Diabetes Typ 2 gilt: Gewichtsreduktion, mehr Bewegung, gesunde Ernährung und neben der Kontrolle des Blutzuckerwerts auch die des Blutdrucks.