Die Kontrolle des Zuckerstoffwechsels ist für schwangere Frauen mit Typ-1-Diabetes besonders wichtig, um Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen vorzubeugen. Häufige Messungen des Blutzuckers bereits bei Kinderwunsch und eine angepasste Insulinbehandlung wirken schon im Vorfeld einem erhöhten kindlichen Fehlbildungsrisiko entgegen und unterstützen die gesunde Entwicklung des Kindes im Mutterleib. Ein ausgeglichener Zuckerstoffwechsel hilft auch, Kaiserschnitte zu vermeiden sowie mütterlichen Gesundheitsstörungen vorzubeugen. Vor und während der Schwangerschaft ist die ärztliche Betreuung daher besonders intensiv.

Geringeres Risiko mit geplanter Schwangerschaft

Die Blutzuckerkontrolle und intensivierte Insulintherapie mit Mehrfachinjektionen oder Insulinpumpe ist für Frauen mit Diabetes Typ 1 bereits vor einer eingetretenen Schwangerschaft ein Thema. Denn schon in den ersten Wochen der Schwangerschaft lässt sich durch eine optimale Einstellung des Zuckerstoffwechsels dem drei- bis vierfach erhöhten Fehlbildungsrisiko gegenüber gesunden Frauen entgegenwirken. Deshalb ist es auch ratsam, eine Schwangerschaft zu planen.

Forscher untersuchten Effekte der kontinuierlichen Zuckermessung

Welche Vorteile eine kontinuierliche Überwachung der Stoffwechsellage in der Schwangerschaft von Typ-1-Diabetikerinnen hat, zeigt die aktuelle Studie eines internationalen Forscherteams. Die Wissenschaftler untersuchten die Auswirkungen der kontinuierlichen Glucosemessung (CGM) auf die Geburt und die Gesundheit der Kinder bei Typ-1-Diabetikerinnern mit intensiver Insulintherapie. Sie verglichen diese Art der Messung mit der konventionell üblichen Blutzuckermessung anhand von Blut aus der Fingerkuppe bei 325 Frauen, von denen 215 bereits schwanger waren und 110 planten, schwanger zu werden.

Mit der häufig von Ärzten bei Eintritt einer Schwangerschaft empfohlenen Methode der kontinuierlichen Glucosemessung lässt sich mithilfe eines Sensors im Unterhautfettgewebe des Bauches der Blutzuckerwert Tag und Nacht kontinuierlich überprüfen und überwachen.

Vorteile der kontinuierlichen Glucosemessung

Die kontinuierliche Glucosemessung erwies sich sowohl für die Kinder als auch die Mütter als vorteilhaft: Das mit Diabetes verbundene Risiko zu groß geborener Kinder sank deutlich. Von zu großen Kindern spricht man allgemein, wenn Kinder bei der Geburt mehr als vier Kilogramm wiegen. Auch die Wahrscheinlichkeit extrem großer Kinder im Vergleich zum Durchschnitt sank. Zudem half die kontinuierliche Glucosemessung, den Anteil der Kinder zu reduzieren, die mindestens 24 Stunden lang intensivmedizinisch betreut werden mussten, sowie die Dauer der intensivmedizinischen Betreuung zu verkürzen. Kinder von Müttern mit kontinuierlicher Glucosemessung waren bei der Geburt auch seltener unterzuckert. 

Frauen, deren Blutzucker kontinuierlich überwacht wurde, wiesen einen größeren Teil der Schwangerschaftszeit einen normalen Blutzucker auf. Allerdings war die kontinuierliche Blutzuckermessung in der Studie auch mit Nachteilen verbunden: Häufige Alarme und ungenaue oder zeitverzögerte Messungen beispielsweise waren für viele Frauen belastend.