Das Risiko ein Nierenleiden zu entwickeln ist bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes gleich groß. Im schlimmsten Fall droht ein Nierenversagen: Betroffene müssen dann ihr Leben lang zur Dialyse oder sich einer Nierentransplantation unterziehen.

Sie können einiges selbst dazu beitragen, damit es nicht so weit kommt. Lassen Sie den Eiweißgehalt im Urin regelmäßig untersuchen und ernähren Sie sich eiweiß- und salzarm. Auch ein gut eingestellter Blutdruck, Gewichtskontrolle und der Verzicht auf Nikotin helfen, dass Ihre Nieren gesund bleiben.

Die Nieren regulieren unter anderem den Wasser- sowie den Salzhaushalt des Körpers und reinigen das gesamte Blut. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel und der oft damit einhergehende Bluthochdruck schädigen auf Dauer die Filtersysteme in den Nierenkörperchen; sie werden durchlässiger und können das Blut nicht mehr ausreichend filtern. So gelangen Eiweißpartikel wie das sogenannte Albumin in den Urin: Anhand der Menge des Albumins kann der Arzt bei der Urinkontrolle herausfinden, ob es Anzeichen für eine diabetische Nierenerkrankung gibt.

Ärzte unterscheiden zwischen sogenannten Mikro- und Markroalbuminurien. Bei einem Wert von 20 bis 200 mg Albumin pro Liter Urin liegt eine Mikroalbuminurie vor. Sie kann ein erster Hinweis auf die Erkrankung sein. Eine Makroalbuminurie hingegen liegt bei mehr als 200 mg pro Liter Urin vor. In diesem Fall liegt mit großer Wahrscheinlichkeit bereits eine Nierenschädigung vor. Ohne Therapie würden nach und nach immer mehr Nierenkörperchen ihre Funktion einstellen und veröden, bis die Niere schließlich komplett versagt.

Regelmäßige Kontrollen sind wichtig

Die jährliche oder halbjährliche Urinkontrolluntersuchung ist deshalb ein Muss für Zuckerkranke. Typ-1-Diabetikern wird empfohlen, mit solchen Untersuchungen fünf Jahre nach der Diagnose zu beginnen. Einmal im Jahr steht außerdem ein Nierenfunktionstest an, bei dem neben dem Eiweißgehalt im Urin unter anderem auch der Kreatininwert im Blut gemessen wird. Kreatinin, ein Abbauprodukt des Muskelstoffs Kreatin, gibt ebenfalls Aufschluss über die Leistungsfähigkeit der Nieren.

Wird eine Nierenschädigung rechtzeitig erkannt, kann die richtige Therapie ein Fortschreiten verhindern oder zumindest hinausschieben. Dafür sind zunächst einmal ein optimal eingestellter Blutzuckerspiegel sowie ein ausreichend niedriger Blutdruck wichtig. Sind die Blutfettwerte zu hoch, sollten sie ebenfalls gesenkt werden. Im Falle einer Harnwegsinfektion wird der Arzt bei der Behandlung rasch zu Antibiotika greifen, damit die Entzündung nicht bis in die Nieren "hochwandert".

Das können Sie selbst tun

Sie können selbst einiges zur Gesunderhaltung Ihrer Nieren beitragen. Dazu gehört an erster Stelle der Verzicht auf das Rauchen, denn Tabak schadet nicht nur der Lunge, sondern auch den Nieren. Ernähren Sie sich gesund! Um Nierenschäden vorzubeugen, empfiehlt sich eine kochsalzreduzierte und eiweißarme Kost, da zu viel Eiweiß die Nieren belasten kann. Auch Sport tut gut. Für Menschen mit angegriffenen Nieren bieten sich Gymnastik oder Ausdauersportarten wie Wandern, Schwimmen oder Skilanglauf an. Sowohl eine ausgewogene Ernährung als auch ausreichend Bewegung helfen dabei, Übergewicht abzubauen. Das ist gut, denn zu viele Kilos bergen ein weiteres Risiko: Bluthochdruck, der die Gefäße zusätzlich schädigen kann. Neben der regelmäßigen Kontrolle beim Arzt sollte der Blutdruck deshalb auch zu Hause immer wieder überprüft werden. In Patientenschulungen lernen Sie, wie Sie selbst den Blutdruck richtig messen und dokumentieren.

Vielen hilft es auch, sich mit "Leidensgenossen" auszutauschen. Dies gilt insbesondere für Menschen, die regelmäßig zur Dialyse müssen oder eine Transplantation hinter sich haben. In zahlreichen Städten gibt es Selbsthilfegruppen; Fachärzte und Krankenkassen können hier oft einen Kontakt herstellen.