Sich sportlich zu betätigen, hat viele Vorteile - besonders für Sie als Diabetiker. Bei Bewegung verbrauchen die Muskeln Glukose. Das senkt Ihren Blutzuckerspiegel. Noch zwei Tage nach dem Training können Muskeln Zucker aus dem Blut beziehen, um ihre Speicher zu füllen.

Die Ausdauer verbessern

Ideal ist, wenn Sie dreimal 30 Minuten pro Woche Ausdauersport treiben. Klingt das zu viel? Für den Anfang reicht es, wenn Sie sich jeden Tag 30 Minuten bewusst bewegen, beispielsweise Gymnastik machen oder spazieren gehen. Sollten Sie schon nach dieser halben Stunde zu sehr außer Atem sein, bewegen Sie sich stattdessen dreimal zehn Minuten. Handeln Sie nach dem Motto: besser etwas Bewegung als gar keine.

Wenn Sie sich regelmäßig bewegen, reagieren Ihre Muskelzellen sensibler auf Insulin und können besser Glukose aufnehmen. Das senkt Ihren Blutzuckerspiegel und kann bedeuten, dass Sie als Typ-2-Diabetiker weniger Medikamente benötigen. In jedem Fall bauen Sie beim Sport Muskeln auf, verringern Ihr Gewicht und verbessern Ihre Blutfettwerte. Darüber hinaus stärken Sie Ihr Herz und Ihren Kreislauf, fördern Ihre Ausdauer und verbessern Ihre Koordination. Und nicht zuletzt: Sport bietet eine schöne Gelegenheit für Geselligkeit.

Die richtige Sportart finden

Finden Sie die Sportart, die am besten zu Ihnen passt. Dann bleibt Ihre Motivation langfristig hoch. Ihre Ausdauer können Sie mit vielen Sportarten verbessern, die Beanspruchung von Muskeln und Gelenken ist allerdings sehr verschieden. Schwimmen eignet sich besonders für Menschen mit Übergewicht, es schont die Gelenke, Rückenschwimmen zudem die Wirbelsäule.

Wenn Sie gesunde Gelenke und Füße haben, könnte (Nordic) Walking oder sogar Joggen etwas für Sie sein. Zieht es Sie per Rad raus in die Welt? Dann lassen Sie im Fachhandel Rad und Sattel einstellen und treten Sie munter in die Pedale. Oder bevorzugen Sie Krafttraining? Dann klären Sie vorab mit Ihrem Arzt, ob Sie mit den während des Trainings auftretenden kurzfristigen Blutdruckspitzen Ihren Adern schaden könnten.

Für welche Form der Bewegung Sie sich auch immer entscheiden - als Diabetiker sollten Sie unbedingt einige Punkte beachten: Besonders wenn Sie schon längere Zeit nicht mehr körperlich aktiv waren, ist es ratsam, sich vor Beginn des Trainings vom Arzt durchchecken zu lassen. Nutzen Sie die Gelegenheit fachlicher Beratung, um ein Trainingspensum zu bestimmen, das zu Ihrer aktuellen Verfassung passt. Damit sie längerfristig Freude an der Bewegung haben, sollten Sie sich weder über- noch unterfordern.

Wie sich Bewegung auf den Blutzucker auswirkt

Über die Auswirkungen von Sport auf Ihren Blutzuckerspiegel sollten Sie unbedingt Bescheid wissen - besonders wenn Sie mit Tabletten oder Insulin behandeln. Am besten besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Diabetesberater, was Sie sportlich planen und ob und wie Sie die Therapie anpassen sollten. Grundsätzlich ist es bei sportlicher Aktivität ratsam, häufiger den Blutzuckerspiegel zu messen. Sammeln Sie Erfahrungen und führen Sie ein Blutzuckertagebuch. Unabhängig davon, wie sicher Sie sich fühlen: Achten Sie beim Sport unbedingt auf Signale Ihres Körpers. Beispielsweise können Schweiß, Herzklopfen und Schwächegefühl Symptome einer Unterzuckerung sein.

Auch nach dem Sport holen sich Muskeln und Leber Zucker aus dem Blut, noch Stunden später kann es dadurch zu einer Unterzuckerung kommen. Zu hohe Blutzuckerwerte sollten Sie zunächst korrigieren und sich erst bei normalen Werten sportlich betätigen. Achtung: Wenn Sie die Sportart wechseln und ganz andere Muskelgruppen beanspruchen, können Ihre Blutzuckerwerte erheblich von den Erfahrungswerten abweichen. Um eine Unterzuckerung zu vermeiden, sollten Sie bei einer Veränderung daher wieder häufiger den Blutzucker kontrollieren.

Liegt Ihr Blutzuckerwert vor dem Sport unter 100 mg/dl beziehungsweise 5,6 mmol/l, können Sie ihn mit schnell wirkenden Kohlenhydraten wie einer halben Banane oder einem halben Brötchen stabilisieren.