Bei Patienten mit Diabetes Typ 1 treten gehäuft sogenannte endokrine Autoimmunerkrankungen auf, darunter auch Schilddrüsendysfunktionen. In einer Studie an der Universität Jena zeigte von 218 Patienten mit Diabetes Typ 1 die Hälfte auffällige Schilddrüsenantikörper. In den meisten Fällen traten die Schilddrüsenerkrankungen durchschnittlich 16 Jahre nach Entstehung des Diabetes auf. Frauen mit Diabetes waren mit 40 Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer, von denen knapp ein Fünftel eine Schilddrüsenerkrankung entwickelte. Eine chronische Schilddrüsenentzündung kann jahrelang ohne erkennbare Symptome bestehen.

Daher sollten Menschen mit Diabetes Typ 1 einmal jährlich ihre Schilddrüsenwerte bestimmen und das Organ, das vorne im Halsbereich liegt, untersuchen lassen. Eine Schilddrüsendysfunktion beeinflusst den Glukosestoffwechsel und bedarf einer Anpassung der Insulindosis: Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kommt es zu einem Blutzuckeranstieg, die Insulindosis muss erhöht werden. Eine Unterfunktion hingegen birgt aufgrund einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Insulin und der damit erforderlichen geringeren Insulindosis die Gefahr von Unterzuckerungen. Darum müssen Schilddrüsendysfunktionen so rasch wie möglich erkannt und behandelt werden. Mit der Normalisierung der Schilddrüsenfunktion stabilisiert und verbessert sich meist auch die Stoffwechsellage.