Selbst­hil­fe­grup­pen: Gegen­sei­tiger Austausch entlastet

Sich mit anderen Betroffenen auszutauschen kann Ihnen zu einem positiveren Lebensgefühl und einem besseren Umgang mit der eigenen Situation verhelfen. 

Ein Leben lang Diabetiker! Mit dieser Gewissheit sind Sorgen und Ängste verbunden, die zusätzlich belasten. Zudem haben viele Patienten das Gefühl, dass Angehörige und Mitmenschen ihre krankheitsbezogenen Probleme nicht wirklich verstehen. Der Austausch in einer Selbsthilfegruppe kann helfen, seelischen Druck abzubauen und durch die Erfahrungen der anderen Betroffenen neue Lebensperspektiven für sich selbst zu finden.

Was eine Selbsthilfegruppe ausmacht

In einer Selbsthilfegruppe treffen sich Menschen, die nicht nur ihr Leid, sondern auch ihr Wissen teilen. Als Experten ihrer Krankheit kennen sie sich sowohl mit den Symptomen und den Therapiemöglichkeiten aus, als auch mit den daraus erwachsenden Problemen. Wer hier über sich und seinen Alltag mit Diabetes spricht, kann sicher sein, dass sein Gegenüber die Angst vor möglichen Folgeerkrankungen und die Frustration über die Einschränkungen im Berufsleben und in der Freizeit kennt.

Selbsthilfe macht stark!

Aus den gemeinsamen krankheitsbedingten negativen Erfahrungen entwickelt sich schnell etwas Positives: das Gefühl, nicht allein zu sein! Außerdem ergeben sich aus den Gesprächen mit anderen oft neue Perspektiven für das eigene Leben.

Anregungen von Menschen, die selbst erkrankt sind, werden eher als umsetzbar empfunden als gut gemeinte Ratschläge von Nicht-Diabetikern. Umgekehrt kann man selbst etwas weitergeben, sodass die persönlichen Erlebnisse anderen nutzen können. Die Gruppe hebt so die Isolation der Einzelnen auf und stärkt das Selbstvertrauen und die Solidarität.

Gemeinsam aktiv!

Viele Gruppen organisieren auch Ausflüge für ihre Mitglieder oder Informationsveranstaltungen, zu denen sie Experten als Referenten einladen. Andere treffen sich, um zusammen sportlich aktiv zu werden.

Die gemeinsamen Unternehmungen fördern und fordern einen offenen Umgang mit der Krankheit, sich selbst und anderen. Das hilft, die Krankheit als Teil des eigenen Lebens zu akzeptieren - ein wichtiger Schritt, um den Alltag zu meistern. Darüber hinaus informieren Selbsthilfegruppen auch über sozialrechtliche Fragen, die für Diabetiker relevant sind, wenn sie sich beispielsweise aufgrund ihrer Erkrankung mit Themen wie Berentung oder Umschulung auseinandersetzen müssen.

Selbsthilfegruppen in der Nähe?

Es gibt viele regional aktive Selbsthilfegruppen. Entsprechende Informationen erhalten Interessierte deshalb oft über ihren Arzt oder im Internet. Diabetiker finden Selbsthilfegruppen beispielsweise auf der Internetseite der Patientenorganisation "Deutsche Diabetes-Hilfe - Menschen mit Diabetes e. V." unter:

Zudem bietet die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) eine Onlinedatenbank an. Hier erhalten Betroffene Kontakte zu regionalen Selbsthilfekontaktstellen, die einen Überblick über die Gruppen vor Ort haben.

Selbst eine Gruppe gründen

Diabetiker haben gute Chancen, ein Selbsthilfeangebot in ihrer Nähe zu finden. Wenn nicht, steht es jedem frei, selbst eine Gruppe zu gründen. In diesem Fall wenden sich Interessierte am besten an die regionale Selbsthilfekontaktstelle.

Die Mitarbeiter dieser Einrichtungen bieten praktische Hilfestellung bei der Gruppengründung und bei der Öffentlichkeitsarbeit an. Sie stellen Hilfsmittel für die Arbeit und Räume für die Treffen zur Verfügung oder vermitteln diese. Hinweise und Antworten auf Fragen bietet auch "Ein Leitfaden für Diabetes-Selbsthilfegruppen", der auf der Internetseite der Deutschen Diabetes Hilfe www.diabetesde.org zum Download kostenfrei zur Verfügung steht.