Zu den typischen Komplikationen am Auge gehört das diabetische Makulaödem (DMÖ). Dabei verdickt sich die Netzhaut im Bereich des schärfsten Sehens, der Makula. Dies wird vor allem durch Flüssigkeit verursacht, die aus den durchlässigen Blutgefäßen in das Netzhautgewebe austritt.

Die geschädigten Gefäße sind nicht mehr in der Lage, die empfindlichen Netzhautzellen zu versorgen. Um diesen Mangel zu beheben, geben die Netzhautzellen vermehrt einen Wachstumsfaktor ab, den Mediziner als VEGF bezeichnen. Das führt dazu, dass sich unerwünschte neue Blutgefäße bilden. Sehbeeinträchtigungen oder gar der Sehverlust sind die Folge.

Mediziner spritzen deshalb oft Medikamente in den Augapfel, die dem VEGF entgegenwirken sollen. Diese Behandlung ist jedoch langwierig und führt nicht bei allen Patienten zum gewünschten Erfolg. Ein internationales Forscherteam konnte nun belegen, dass bei etwa 60 Prozent der Patienten, die von den gespritzten Präparaten profitieren, die Sehschärfe zwischen 20 und 30 Prozent zunimmt. Diese Verbesserung trat bereits nach drei Injektionen ein, die über einen Zeitraum von 12 Wochen gegeben wurden. Der Effekt hielt über mehrere Jahre an. Der Behandlungserfolg zeigte sich also schon zu einem frühen Zeitpunkt.

Bei zirka 40 Prozent der Patienten verbesserte sich die Sehschärfe nach den Injektionen nur geringfügig. In diesen Fällen könnte eine Behandlung mit Kortison bessere Erfolge erzielen, da neben den Gefäßwucherungen auch Entzündungsprozesse eine Rolle spielen.