In Deutschland entwickeln vier Prozent der Schwangeren einen Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt. Auch wenn der Blutzuckerspiegel nach der Geburt des Kindes oft wieder ins Lot kommt, entwickelt jede zweite betroffene Mutter innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Diabetes Typ 2. In mehreren Studien konnte gezeigt werden, dass Stillen das Risiko dafür um bis zu 40 Prozent senken kann. In Kooperation mit der Technischen Universität München und dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) haben Wissenschaftler des Helmholtz Instituts in München nach den Ursachen geforscht. Ihre Arbeit legt nahe, dass das Stillen den Stoffwechsel der Mütter nachhaltig verändert.

Im Rahmen der Studie erhielten 200 Patientinnen, die einen Gestationsdiabetes entwickelt hatten, eine standardisierte Zuckerlösung. Vor und nach der Einnahme gaben sie eine Blutprobe ab. "Wir konnten beobachten, dass sich die Stoffwechselprodukte der Frauen, die länger als drei Monate gestillt hatten, deutlich von jenen unterschieden, die kürzere Stillzeiten hatten", berichtet Dr. Daniela Much vom Institut für Diabetesforschung (IDF) am Helmholtz Zentrum. Da Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes durchschnittlich seltener und kürzer stillen, sollten gerade sie über die nachgewiesene Schutzwirkung informiert und zum Stillen angehalten werden, fordern die Forscher.