Danach gefragt, was ihr Leben am nachhaltigsten beeinflusst und sie glücklich sein lässt, antworten die meisten Menschen: "Meine Gesundheit." Im Umkehrschluss bedeutet das für chronisch kranke Menschen wie Diabetiker, dass sie körperlich und seelisch einer starken Belastung ausgesetzt sind. Diabetes hat jedoch nicht nur Folgen für das Leben der Erkrankten, sondern wirkt sich auch auf Partnerschaft, Familie und Freunde aus. Der Alltag unterliegt den Anforderungen der Behandlung, hinzukommen die Sorge um Unterzuckerung oder die Angst vor möglichen Folgeerkrankungen. Das alles beschäftigt nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihre Angehörigen. Ein gutes Leben mit Diabetes ist deshalb eine Gemeinschaftsleistung, die von allen Beteiligten Mut und Offenheit verlangt.

Angehörige besser einbinden

Eine bessere Integration der Angehörigen in die Behandlung ist für beide Seiten wichtig. So belegen wissenschaftliche Untersuchungen, dass beispielsweise die Blutzuckereinstellung davon abhängt, welchen Rückhalt Diabetiker in ihrer Partnerschaft, der Familie oder dem Freundeskreis erfahren. Betroffene, die eine schlechtere Stoffwechseleinstellung aufweisen, schildern in der Regel auch weniger befriedigende soziale Beziehungen.

Wenn Familie und Freunde viel über die Krankheit, den Umgang mit Blutzuckermessgerät und Insulin und die richtige Ernährung wissen, fühlen sie sich nicht mehr so hilflos und können Sie besser im Alltag unterstützen. Viele Kliniken bieten Diabetes-Schulungen und Informationsveranstaltungen an, an denen auch Angehörige teilnehmen können. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an, welche Möglichkeiten er sieht, Ihre Familie oder Freunde in die Therapie miteinzubeziehen. Ziehen Sie sich nicht mit der Krankheit zurück, sondern tragen auch Sie dazu bei, dass andere sie besser verstehen können.

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Offenheit ist etwas, was vor allem Paaren nicht immer leichtfällt - oft in der guten Absicht, den anderen zu schützen. Die Belastung wird dadurch jedoch nur größer. Seien Sie sich sicher: Sie tun gut daran, mit Ihrem Partner über alles offen zu sprechen, auch über Ihren Diabetes. Bestärken Sie sich gegenseitig. Vermitteln Sie Ihrem Partner das Gefühl, ihn so anzunehmen, wie er ist – auch mit seinen Sorgen, die er sich um Sie macht. Diskutieren Sie alltägliche Erlebnisse, Bedenken und Nöte rund um die Diabetes-Erkrankung in Ihrer Partnerschaft und versuchen Sie, die Position des jeweils anderen zu verstehen. Gemeinsam schaffen Sie es, die Krankheit in Ihren Alltag zu integrieren, ohne dass sie Ihr Leben beherrscht und Ihnen die Freude daran nimmt.