Besprechen Sie mit Ihrem Arzt vorab Ihr Reiseziel. In Wüstengebieten oder den Tropen verschlechtert sich oft die Glukosetoleranz. Nach dem Essen kann der Blutzuckerspiegel daher stärker ansteigen als bei gemäßigten Temperaturen. Prüfen Sie auch Ihren Impfschutz und beachten Sie die Impfvorschriften einzelner tropischer Länder hinsichtlich Gelbfieber, Typhus, Tollwut und die Empfehlungen zur Malariaprophylaxe.

Flugreise oder mit dem Auto unterwegs?

Wer eine Flugreise plant, sollte ein ärztliches Attest dabeihaben, das das Mitführen von Spritzen, Pens, Insulin und Ampullen regelt. Während des Fluges sollte alle zwei Stunden der Blutzucker gemessen werden, um Entgleisungen entgegenzuwirken. Patienten mit Typ-1-Diabetes sollten außerdem Keton-Teststreifen mitnehmen. Regelmäßige Bewegung im Flugzeug regt den Blutfluss an und beugt Thrombosen vor. 

Zeitverschiebungen wirken sich auf Ihren Blutzucker aus: Reisen Richtung Westen verlängern den Tag, der Insulinbedarf steigt. Reisen in den Osten hingegen verkürzen ihn und senken den Insulinbedarf.

Bei einer Autofahrt in den Urlaub stellt eine drohende Unterzuckerung des Fahrers die größte Gefahr dar. Kontrollieren Sie vor der Fahrt Ihren Blutzucker, der Wert sollte über 120 mg/dl (6,7 mmol/l) liegen. Halten Sie zuckerhaltige Limonade oder Cola sowie Traubenzucker (als Gel oder Plättchen) bereit und legen Sie alle zwei Stunden eine Pause ein, um den Blutzucker zu messen und etwas zu essen oder zu trinken.

In Ihre Urlaubsapotheke gehören (wenn Sie diese Dinge auch zu Hause verwenden):

  • Blutzucker-Messgerät (inklusive Ersatzbatterien)
  • Stechhilfe und Lanzetten
  • Blutzucker-Teststreifen
  • Aceton-Teststreifen
  • Diabetiker-Tagebuch
  • Internationaler Diabetikerausweis
  • Insulin- beziehungsweise blutzuckersenkende
  • Tabletten
  • Insulinspritzen, Insulinpumpen mit Kanülen beziehungsweise Pumpenzubehör
  • Traubenzucker als Gel oder Plättchen
  • Glukagon-Notfall-Set

Sie sollten auf Reisen ausreichend Material dabeihaben. Im Urlaub, besonders im außereuropäischen Ausland, ist es oft schwierig, Medikamente, Spritzen, Nadeln, Testutensilien, Glukagon-Sets und Notfallmaterial zu beschaffen. 

Insulin darf nicht unter zwei Grad Celsius abkühlen und nicht wärmer als 40 Grad Celsius werden. Im Sommer reicht es normalerweise aus, das Insulin vor direkter Sonne zu schützen. Besser noch ist es, das Insulin kühl zu lagern, beispielsweise in der Minibar des Hotelzimmers. Im Winterurlaub können Sie das Insulin, wenn Sie draußen unterwegs sind, direkt am Körper tragen, damit es nicht zu kalt wird.

Vorsicht vor Verletzungen: Besonders empfindlich sind die Füße eines Diabetikers. Schon kleine Verletzungen können schnell zu großen Hautinfektionen werden. Tragen Sie bequeme Schuhe und nehmen Sie für den Strand entsprechendes Schuhwerk und Strümpfe mit, um Verletzungen oder Verbrennungen im heißen Sand zu vermeiden. Kontrollieren Sie Ihre Füße jeden Abend auf Verletzungen oder Druckstellen.