Zucker ist als wichtigster Energielieferant des Organismus für eine reibungslose Funktion der Organe verantwortlich. Besonders das Gehirn ist auf eine ausreichende Menge von Glukose im Blut angewiesen.

Was sind die Ursachen einer Unterzuckerung?

Am häufigsten entsteht eine Unterzuckerung bei der Therapie des Diabetes mellitus durch eine Überdosierung blutzuckersenkender Medikamente, vor allem durch Insulin und die sogenannten Sulfonylharnstoffe. Wenn nach dem Spritzen von Insulin die darauf folgende notwendige Mahlzeit ausbleibt oder die Insulineinheiten falsch berechnet wurden, aber auch bei starker körperlicher Belastung oder wenn zu viel Alkohol getrunken wurde, kann eine Unterzuckerung entstehen.

Weiterhin kann es bei Diabetikern durch Wechselwirkungen zwischen blutzuckersenkenden Tabletten und anderen Medikamenten wie Betablockern oder einigen Schmerzmitteln zur Unterzuckerung kommen.

Darüber hinaus gibt es Leber-, Stoffwechsel- und Tumorerkrankungen, die ebenfalls Unterzuckerungen hervorrufen können.

Wie wird eine Unterzuckerung erkannt?

Wichtig ist es, die Anzeichen einer Unterzuckerung rechtzeitig zu erkennen. Allerdings können diese Beschwerden sehr verschieden sein.

Eine beginnende Unterzuckerung zeigt sich durch Beschwerden, die Menschen mit Diabetes mellitus als Warnzeichen bekannt sein sollten. Leichte Unterzuckerungen können sich durch ein flaues Gefühl in der Magengegend, Müdigkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit und Heißhunger äußern. Werden diese Warnsignale ignoriert, können in Folge Herzrasen, Zittern, Schweißausbrüche, Blässe, Übelkeit und Unruhe auftreten. Hinzu kommen oft Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel und Verhaltensauffälligkeiten (Herumalbern oder Aggressivität).

Bei Verdacht auf eine Unterzuckerung sollten der Blutzucker kontrolliert werden und bei Bedarf ist es wichtig, schnell verwertbare Kohlenhydrate zu sich zu nehmen, zum Beispiel Traubenzucker oder Obstsäfte.

Mit einer einfachen Blutzuckermessung lässt sich die Unterzuckerung feststellen.

Wie verläuft eine Unterzuckerung?

Unbehandelt kommt es im weiteren Verlauf zur zunehmenden körperlichen Schwäche, oft zu Wesens- und Verhaltensauffälligkeiten (Aggressivität, Orientierungsverlust), Seh-, Sprach- und Gefühlsstörungen, Krämpfen und schließlich zur Bewusstlosigkeit.

Bei andauernder Unterzuckerung, das heißt ohne Therapie, kann eine Hypoglykämie möglicherweise zu dauerhaften Gehirnschädigungen führen. Dies wird von Experten kontrovers diskutiert, die Studienlage ist nicht eindeutig. Deshalb ist es umso wichtiger, rechtzeitig gegenzusteuern.

Wie wird eine Unterzuckerung behandelt?

Sind die Patienten bei Bewusstsein, kann die Gabe von Glukose, zum Beispiel durch Lutschen von Traubenzucker oder Trinken gesüßter Getränke wie Cola oder Obstsaft, den Blutzuckerspiegel wieder anheben. Dabei gilt: Lieber zu viel als zu wenig.

Erleiden Menschen in Folge einer Unterzuckerung einen Kollaps, wird der Notarzt eine Infusion mit Zuckerwasser anlegen. Den Betroffenen geht es dann meistens schnell wieder besser.

Falls die Ursache für die Unterzuckerung unklar ist und wenn eine Unterzuckerung länger andauert oder wiederholt auftritt, sollte der Betroffene für einige Zeit im Krankenhaus überwacht werden.

Wie kann man einer Unterzuckerung vorbeugen?

Ein Diabetiker sollte in der Schulung gelernt haben, an die Möglichkeit einer Unterzuckerung zu denken und die Warnhinweise durch Eigenbeobachtung zu erkennen und ernst zu nehmen. Ferner sollten die Angehörigen und Arbeitskollegen über die Erkrankung informiert sein, damit sie im Notfall rechtzeitig Erste Hilfe leisten können.