Nur etwa fünf Prozent der hohen Blutdruckwerte lassen sich auf eine ursächliche Erkrankung zurückführen. Vor allem bei jungen Patienten unter 40 Jahren entsteht der hohe Blutdruck infolge einer Organerkrankung wie zum Beispiel einem Nierenleiden oder einer Hormonstörung. Ärzte sprechen in diesen Fällen von einer "sekundären" Hypertonie. Können diese Ursachen erfolgreich behandelt werden, normalisiert sich in vielen Fällen der Blutdruck. Auch die Einnahme von Medikamenten, zum Beispiel Hormonpräparate wie die Antibabypille sowie Kortisonpräparate, Appetitzügler oder Rheumamedikamente (Antirheumatika), beeinflussen den Blutdruck. 

Ist der Blutdruck, ohne erkennbare Ursache erhöht, sprechen Ärzte von einer primären „essentiellen“ Hypertonie. Auch wenn unklar ist, wie er entsteht, es sind verschiedene Einflussfaktoren bekannt, die eine Hypertonie begünstigen: Übergewicht, zu wenig Bewegung, Rauchen und zu viel Alkohol erhöhen das Risiko.

"Ein erhöhter Salzkonsum erhöht den Blutdruck, besonders wenn Sie mehr als vier bis sechs Gramm pro Tag verzehren", sagt Petra Rudnick vom TK-Ärztezentrum und ergänzt: "Dies gilt besonders für salzempfindliche Menschen. Durch eine kochsalzreduzierte Ernährung können Betroffene dieses Risiko senken."

Infografik: Belastungsfaktoren für Bluthochdruck
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Nicht zu steuern sind hingegen die Risikofaktoren Alter, männliches Geschlecht und die erbliche Vorbelastung.

Stress im Job macht krank

Wer ständig viel leisten muss, ohne dabei ausreichende Ruhepausen einzulegen ist für hohen Blutdruck prädestiniert. Denn Stresshormone (Katecholamine) beeinflussen die Muskulatur der Blutgefäße. Sie ziehen sich zusammen und der Gefäßwiderstand nimmt zu. Das Herz muss mehr leisten und der Blutdruck steigt an. Viele Hochdruckpatienten arbeiten in Berufen, die hohe Anforderungen stellen. Ein großer Teil aller Berufstätigen verbringt den Arbeitstag mit zu hohen Blutdruckwerten - ohne es zu wissen. Das hat eine Studie in 84 deutschen Betrieben mit 5271 Männern und Frauen bestätigt (Quelle: Lüders, 2006).

So häufig ist Bluthochdruck

Die Zahl der Bluthochdruckpatienten nimmt seit vielen Jahren zu. Etwa jeder zweite Erwachsene in Deutschland leidet an Bluthochdruck, wobei viele Betroffenen nichts davon wissen. Studien belegen, dass in den Industrieländern auch junge Menschen zwischen 20 und 40 Jahren unter hohem Blutdruck leiden. Schon Jugendliche legen durch eine ungesunde Lebensweise den Grundstein dafür, dass ihre Blutdruckwerte im höheren Alter deutlich ansteigen.

Faktencheck Bluthochdruck

  • Etwa 20 bis 30 Millionen Deutsche haben Bluthochdruck - das ist fast jeder Dritte in Deutschland
  • 3 von 4 Menschen zwischen 70 und 79 Jahren haben Bluthochdruck
  • 4 von 5 Menschen wissen von der Erkrankung, 88 Prozent lassen sich behandeln
  • Männer wissen häufig nichts von ihren schlechten Blutdruckwerten und lassen sich auch seltener behandeln
  • Drei Viertel der Behandelten erreichen durch eine Behandlung gute Blutdruckwerte

(Quelle: Die Deutsche Hochdruckliga e. V.)

Die regelmäßige Blutdruckkontrolle  - mindestens einmal jährlich - ist entscheidend, um einen erhöhten Blutdruck früh zu erkennen. Besonders junge Erwachsene, deren Eltern oder Geschwister vorbelastet sind, sollten regelmäßig ihren Blutdruck kontrollieren lassen. Je früher der Hochdruck erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen, die Folgen dieser Krankheit zu vermeiden.

Bluthochdruck im Alter

Rund vier von fünf Erwachsenen jenseits des 70. Lebensjahres leiden unter Bluthochdruck. Die Gefäße verlieren mit zunehmendem Alter ihre Elastizität und versteifen. Wenn sich das Herz zusammenzieht, steigt dadurch der systolische Blutdruck an. Obgleich er dafür beim Erschlaffen des Herzens (Diastole) stärker fällt, sind diese Anstiege nicht ungefährlich. Daher müssen ältere Menschen ihre systolischen Blutdruckwerte beobachten und gegebenenfalls senken. Der Vorteil einer Hochdrucktherapie ist bei Patienten im Alter über 65 Jahren nicht geringer als bei jüngeren Patienten.

Infografik: Prävalenz der Hypertonie
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Die Grafik zeigt einen Überblick über die Verteilung der Bluthochdruckpatienten nach Alter und Geschlecht: 35 Prozent der Männer und 16 Prozent der Frauen zwischen 30 und 39 Jahren leiden an Bluthochdruck. Bei den 70-Jährigen sind 85 Prozent der Frauen und 88 Prozent der Männer an einer Hypertonie erkrankt.