Dazu zählen zum einen ein akutes Herzversagen mit Luftnot und Kreislaufversagen und zum anderen kann ein schwerer Angina-Pectoris-Anfall bis hin zum akuten Herzinfarkt auftreten.

Beide Situationen sind lebensbedrohlich. Daher ist es enorm wichtig für Sie, dass Sie selbst, Ihre Angehörigen, Freunde und gegebenenfalls auch Kollegen solche drohenden Zustände rechtzeitig erkennen. Bereits hier sei gesagt, dass ein "zu früh" nicht existiert und der Arzt oder Krankenwagen lieber einmal umsonst kommen sollte als einmal zu spät.

Was tun bei einem Angina-Pectoris-Anfall?

Die Koronare Herzkrankheit geht typischerweise mit Angina-Pectoris-Beschwerden einher. Viele Patienten kennen diese Beschwerden und wissen bereits, was zu tun ist. Meistens bewirkt eine Ruhepause oder die Einnahme von Nitrospray eine rasche Linderung. Sollten die bekannten Beschwerden nicht nach der gewohnten Zeit verschwinden oder in kurzen Abständen erneut auftreten, spricht man von einer instabilen Angina Pectoris.

Dieser Zustand ist sehr kritisch, da bei circa 20 Prozent der Betroffenen ein akuter Herzinfarkt folgt. Eine plötzlich auftretende Verschlechterung und Zunahme der Angina Pectoris spricht für den Einriss in einer Koronargefäßablagerung, eine sogenannte Plaqueruptur, mit Gerinnselbildung. Dies ist die mit Abstand häufigste Ursache eines Herzinfarkts. Daher sollten Sie in solchen Fällen mit schweren, in diesem Ausmaß unbekannten Beschwerden einen Notarzt konsultieren.

Anwesende sollten zunächst beruhigend auf den Patienten einwirken und den Notarzt alarmieren. Anschließend sollte die Kleidung gelockert und - wenn vorhanden - Nitrospray herbeigeholt werden. Wenn möglich, kann der Blutdruck gemessen werden. Ein ungewohnt hoher Blutdruck verstärkt die Beschwerden oder kann sie sogar auslösen. Hier kann das Nitrospray die Beschwerden dann schnell lindern, da es auch den Blutdruck senkt. Bei Atemnot ist es günstig, den Oberkörper hoch zu lagern. Die Beine sollten nur im Schock (Kreislaufversagen) oder bei niedrigem Blutdruck mit Schwindel hochgelegt werden.

Wenn der Notfall eintritt:

  • den Betroffenen beruhigen
  • Notarzt rufen
  • Erste Hilfe leisten

Der Herz-Kreislauf-Stillstand - für den Ernstfall gerüstet

Im Falle eines Kreislaufstillstands (Bewusstlosigkeit, fehlender Puls, fehlende Atmung) ist eine Herz-Lungen-Wiederbelebung die einzige Überlebenschance. Sie sollte sofort begonnen werden, selbst wenn der Notarzt noch nicht vor Ort ist. Auch Nichtmediziner können eine Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung vornehmen, das ist nachweislich besser als nichts zu tun.

Angehörige von Risikopatienten sollten sich mit den Maßnahmen der Herz-Lungen-Wiederbelebung vertraut machen. Informationen gibt es bei der TK oder fast allen gemeinnützigen Rettungsdiensteinrichtungen. Denken Sie daran, dass Ihr Einsatz als Ersthelfer auch im normalen Alltag benötigt werden könnte, etwa bei einem Verkehrs- oder Arbeitsunfall.

Das Wichtigste auf einen Blick

Folgende Symptome müssen Sie, Ihre Angehörigen oder anwesende Ersthelfer veranlassen, sofort einen Notarzt zu informieren:

  • Stärkste akute Schmerzen
  • Bewusstlosigkeit jeglicher Dauer
  • Atemnotzustände, Schockzustände mit kaltem Schweiß und Blässe
  • Erstmals oder wieder auftretende Beschwerden, die nicht innerhalb weniger Minuten verschwinden (ansonsten trotzdem zügige Vorstellung beim Arzt am gleichen Tag)
  • Gehäuftes Auftreten der Beschwerden in kurzen Abständen
  • Stärkere Beschwerden als bekannt oder längeres Anhalten der Beschwerden
  • Unklare Beeinträchtigung des Allgemeinzustands oder unklare Beschwerden, die Sie nicht zuordnen können - besonders wichtig bei Diabetikern
  • Ganz wichtig bei Kreislaufstillstand: Beginn einer Wiederbelebung schon vor Eintreffen des Notarztes!

Wann sollte außerdem immer ein Arzt konsultiert werden?

Viele Patienten mit einer Koronaren Herzkrankheit sind im Alltag komplett beschwerdefrei, da zum Beispiel durch eine Ballondilatation mit Stentimplantation oder eine Bypass-Operation die Durchblutungsstörungen des Herzmuskels behandelt wurden. Sollten Sie nach einem entsprechenden Eingriff erstmals wieder Beschwerden bekommen, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen. Je nachdem, wie stark die Beschwerden sind, muss auch der Notarzt verständigt werden.

Ganz wichtig zu wissen: Die Beschwerden können durchaus auch anders sein, als Sie sie vielleicht in Erinnerung haben. Daher ist bei neu auftretenden und unklaren Beschwerden immer Vorsicht geboten. Es gibt auch Patienten mit Koronarer Herzkrankheit, insbesondere Diabetiker, die keine typischen Angina-Pectoris-Beschwerden haben. Daher sollten Sie und Ihre Angehörigen auch bei unklaren Beschwerden wie beispielsweise

  • Luftnot,
  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Sodbrennen,
  • Schmerzen im Oberbauch,
  • allgemeiner Abgeschlagenheit,

oder anderen Symptomen immer an die Gefahr eines eventuell drohenden Herzinfarkts denken und einen Arzt aufsuchen oder auch den Notarzt rufen. Gerade bei Frauen sind diese eher untypischen Beschwerden nicht selten alleinige Alarmzeichen für einen Herzinfarkt. Günstigerweise werden Krankenunterlagen wie etwa eine Kopie des letzten Arztbriefs bereitgehalten.