Bluthochdruckpatienten entwickeln etwa doppelt so häufig Diabetes wie Menschen mit normalen Werten. Dafür verantwortlich dürfte Übergewicht sein, das als eine Ursache für beide Erkrankungen gilt. Betroffene können ihr Diabetesrisiko jedoch unter Umständen senken, wenn sie ihre Blutdrucksenker am späten Abend einnehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie spanischer Forscher mit mehr als 2000 medikamentös behandelten Bluthochdruckpatienten. Die Hälfte von ihnen nahm die verschriebenen Präparate morgens ein, die andere Hälfte abends. Während des Studienzeitraums von sechs Jahren entwickelten insgesamt 171 Patienten einen Diabetes. Patienten in der Abendgruppe waren jedoch seltener betroffen: Bei ihnen reduzierte sich das Risiko im Durchschnitt um 52 Prozent. Teilnehmer, die ACE-Hemmer einnahmen, hatten dabei sogar ein um 69 Prozent niedrigeres Diabetesrisiko.

Diese Präparate hemmen die Aktivität des sogenannten Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS). Das reguliert nicht nur den Wasser- und Salzhaushalt im Körper, sondern auch den Blutzuckerspiegel. Da es vor allem nachts aktiv ist, wirken sich ACE-Hemmer hier besonders positiv aus. Bei Patienten, die harntreibende Mittel (Diuretika), Alphablocker und Kalziumantagonisten einnahmen, konnten die Forscher keinen Unterschied hinsichtlich des Einnahmezeitpunkts feststellen.

Eine gute Nachricht also für alle, die ACE-Hemmer einnehmen. Dennoch gilt auch für sie: Die Dosierung und den Einnahmezeitpunkt ihres Blutdrucksenkers sollten Patienten nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ändern.