Depres­sionen schwä­chen kranke Herzen zusätz­lich

Patienten, die an einer Herzschwäche leiden, sollten Anzeichen einer Depression ernst nehmen.

Londoner Forschern zufolge erhöht sich das Sterberisiko bei Herzpatienten mit einer mittelstarken bis schweren Depression um ein Fünffaches im Vergleich zu Betroffenen, die nicht oder nur als leicht depressiv gelten. Das gilt unabhängig von Alter und Geschlecht, dem Grad der körperlichen Erkrankung und der Höhe des Blutdrucks, so die Wissenschaftler um Studienleiter John Cleland am Imperial College in London. Sie hatten Patienten mit Herzschwäche begleitet, die wegen Komplikationen in die Klinik eingewiesen worden waren. Im Rahmen ihrer Studie untersuchten sie soziale, mentale und physische Faktoren sowie zusätzliche Erkrankungen, unter denen die Patienten litten.

Den starken Zusammenhang zwischen Depression und Sterberisiko erklären die Forscher mit dem Verlust an Motivation und Zuversicht der betroffenen Patienten. Viele litten unter Appetitlosigkeit und Schlafproblemen. Damit verschlechtere sich ihre Lebensqualität und vermindere sich die Lebenserwartung. Es sei daher wichtig, Depressionen bei Patienten mit Herzschwäche frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Cleland und Kollegen geben dabei zu bedenken, dass Antidepressiva bei dieser Patientengruppe nicht ausreichend wirksam sind, und raten zusätzlich zu einer Psychotherapie.