Wer an einer Koronaren Herzkrankheit leidet oder sogar einen Herzinfarkt oder eine Bypass-Operation hinter sich hat, fragt sich schnell, ob er seinen Beruf wieder ausüben kann - und wenn ja, wann und in welcher Form.

Die Arbeitsfähigkeit richtet sich nach der persönlichen Belastbarkeit der Betroffenen. Diese prüfen Mediziner und gleichen sie mit den beruflichen Anforderungen individuell ab. Je nach Ergebnis der Untersuchung gestaltet sich der berufliche Wiedereinstieg.

Schritt für Schritt zurück

Verläuft die Genesung nach einem Infarkt oder einer Operation gut und übersteigen die Anforderungen nicht die persönliche Belastbarkeit, gibt es seitens der Ärzte in der Regel keine Einwände gegen eine Rückkehr in den bisherigen Beruf. Die empfohlene Erholungsphase beträgt in der Regel acht Wochen, nach einer Bypass-Operation können auch bis zu zwölf Wochen vergehen, bis die Betroffenen ihre Arbeit wiederaufnehmen können. Diese Zeit sollten sich Patienten für die Rehabilitation nehmen, um die Voraussetzungen für einen problemlosen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben zu schaffen. Dabei ist auch eine stufenweise Wiedereingliederung denkbar. Das heißt, sie starten zum Beispiel mit einer Arbeitszeit von vier Stunden täglich und steigern diese kontinuierlich, bis sie wieder in der Lage sind, einen vollen Arbeitstag zu bewältigen.

Liegen dauerhafte Herzrhythmusstörungen vor oder ist die Pumpleistung des Herzens deutlich eingeschränkt, kommt eine körperlich anstrengende Arbeit nicht mehr infrage. Je nach Art des Berufs und Alter des Betroffenen könnte ein Berufswechsel oder eine Umschulung notwendig werden. Mediziner sprechen dann von einer Berufsunfähigkeit. Auch dürfen Herzpatienten keine Berufe ausüben, bei denen plötzlich auftretende Krankheitssymptome das Leben anderer Menschen gefährden könnten, wie Pilot, Busfahrer oder Kranführer.

Wann kommt eine Berentung infrage?

Einige Patienten, die zum Beispiel unter einer schweren Herzmuskelschwäche leiden, können auch nach der Reha nicht mehr als sechs Stunden täglich arbeiten. Weder in ihrem ursprünglichen noch in einem anderen Beruf. Sie gelten dann als teilweise erwerbsunfähig und können bei der Rentenversicherung einen Rentenantrag stellen.

Eine volle Erwerbsminderung liegt vor, wenn die Leistungsfähigkeit unter einer täglichen Arbeitszeit von drei Stunden liegt. Neben den medizinischen müssen die Betroffenen auch versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllen, wie den Nachweis über Pflichtbeiträge in die Rentenkasse.

Genauere Informationen bietet die Deutsche Rentenversicherung auf ihrer Internetseite unter:

Grad der Behinderung: Was ist das?

Damit körperliche Einschränkungen die Betroffenen gegenüber Gesunden nicht benachteiligen, sind im Sozialgesetzbuch Schutzrechte und Leistungsansprüche definiert. Damit sollen soziale, wirtschaftliche und berufliche Nachteile ausgeglichen werden. Den Grad der Behinderung beurteilt ein Arzt. Ab einem Grad von 50 Prozent wird ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt. Damit verbunden sind zum Beispiel ein besonderer Kündigungsschutz, ein zusätzlicher Urlaubsanspruch oder aber vergünstigte Fahrpreise im öffentlichen Personenverkehr. In der Regel bearbeitet das zuständige Amt für Soziales und Gesundheit den Antrag auf Behinderung.

Rückkehr ins Berufsleben

Bis zu 70 Prozent der Herzpatienten kehren ins Berufsleben zurück, denn in den meisten Fällen ist es möglich, auch mit einer chronischen Herzerkrankung körperlich aktiv zu sein und zu arbeiten. Das ist nicht nur aus finanzieller Sicht für die Betroffenen wichtig, sondern fördert auch das Selbstbewusstsein und die Teilhabe am sozialen Leben. Das tut auch dem Herzen gut.