Eine KHK betrifft nicht die Patienten allein. Auch die Angehörigen müssen lernen, mit der Erkrankung umzugehen.

Danach gefragt, was ihr Leben am nachhaltigsten beeinflusst und sie glücklich sein lässt, antworten die meisten Menschen: "meine Gesundheit." Im Umkehrschluss bedeutet das für chronisch kranke Menschen wie KHK-Patienten, dass sie körperlich und seelisch einer starken Belastung ausgesetzt sind.

Die koronare Herzkrankheit hat jedoch nicht nur Folgen für das Leben der Erkrankten, sondern wirkt sich auch auf Partnerschaft, Familie und Freunde aus. Der Alltag unterliegt oft körperlichen Einschränkungen.

Ein häufiges Beschwerdebild: Angina pectoris, ausgelöst zum Beispiel durch Stress oder körperliche Anstrengung. Dabei klagen die Patienten über ein Engegefühl und Schmerzen in der Brust. Auch Bauch- oder bei Frauen sogar Rückenschmerzen sind Anzeichen für eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Herzmuskels. Hinzu kommt die Angst vor einem Herzinfarkt.

Das alles beschäftigt nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihre Angehörigen. Ein gutes Leben mit KHK ist deshalb eine Gemeinschaftsleistung, die von allen Beteiligten Mut und Offenheit verlangt.

Wissen schafft Sicherheit

Eine KHK begleitet einen Menschen sein Leben lang. Das muss aber nicht heißen, dass die Krankheit das ganze Leben bestimmt. Sich mit der Krankheit gut auszukennen hilft dabei, die Behandlung im Griff zu haben und mögliche Probleme rechtzeitig zu erkennen. Das gilt nicht nur für Sie als Betroffenen, sondern auch für Ihre Familie. Denn es ist vor allem das Gefühl der Hilflosigkeit und Unsicherheit, das auch Ihrem Umfeld zu schaffen macht.

Miterlebte Angina-pectoris-Anfälle fühlen sich für Angehörige ebenso bedrohlich an. Auch sie haben immer die Frage im Hinterkopf: Ist das der befürchtete Herzinfarkt? Viele Angehörige sind beruhigter, wenn sie gut informiert und für einen eventuellen Notfall gewappnet sind. Informieren Sie sich deshalb am besten in einem gemeinsamen Gespräch bei Ihrem Arzt über die Symptome einer Angina pectoris und die eines Herzinfarkts. Wenn ein Familienmitglied darüber hinaus den Wunsch äußert, einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen, sollten Sie das nicht als übermäßige Vorsicht abtun, sondern als zusätzliche Sicherheit für sich "verbuchen".

Als KHK-Patient haben Sie immer Ihr Nitropräparat für den Notfall griffbereit. Sprechen Sie deshalb mit Ihrer Familie über dessen Notwendigkeit und Wirkweise: Im Falle eines Herzanfalls wirken das Spray oder die Kapseln gefäßerweiternd und sorgen für eine bessere Durchblutung des Herzens. Das Medikament kann das Herz innerhalb von ein bis zwei Minuten spürbar entlasten und das Engegefühl in der Brust und die Schmerzen abwenden. Wirkt es nicht oder verzögert, kann das ein Zeichen für eine sogenannte "instabile" Angina pectoris oder gar einen Herzinfarkt sein. Informieren Sie dann auf jeden Fall einen Notarzt. Leider zeigt die Erfahrung, dass viele Patienten trotz heftiger Schmerzen im Schnitt drei bis sechs Stunden warten, bevor sie Hilfe holen oder ins Krankenhaus fahren. Dadurch geht viel kostbare Behandlungszeit verloren!

Wer im Geldbeutel eine Notfallkarte mitführt, schafft für sich und seine Angehörigen zusätzliche Sicherheit. Darauf sind relevante Vorerkrankungen notiert und welche Medikamente in welcher Dosierung eingenommen werden. Ohne Zeitverlust ist so eine professionelle Hilfe möglich, was gerade bei Herznotfällen oft entscheidend ist. Einen geeigneten Notfallausweis können Sie auf der Internetseite der Deutschen Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/notfallausweis kostenlos herunterladen.

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Das gemeinsame Wissen um die Krankheit macht Sie und Ihre Angehörigen bereits zu guten Partnern. Teilen Sie genauso Ängste und Bedenken. Offenheit ist etwas, was vor allem Paaren nicht immer leichtfällt - oft in der guten Absicht, den anderen zu schützen. Die Belastung wird dadurch jedoch nur größer. Diskutieren Sie deshalb alltägliche Erlebnisse und Bedenken rund um Ihre Erkrankung und versuchen Sie, die Position des jeweils anderen zu verstehen.

Werden Sie gemeinsam aktiv, wenn es darum geht, sich gesünder zu ernähren und mehr Bewegung in den Alltag zu bringen. Planen Sie zum Beispiel öfter eine Radtour oder eine Wanderung mit der Familie oder Freunden. Gehen Sie zusammen auf dem Wochenmarkt einkaufen und bereiten Sie zusammen ein schönes Essen zu. Gemeinsam schaffen Sie es, die Krankheit in Ihren Alltag zu integrieren, ohne dass sie Ihr Leben beherrscht und Ihnen die Freude daran nimmt.