Einen möglichen Zusammenhang zwischen Migräne und dem Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall ergaben bereits frühere Studien. Dänische Forscher weiteten ihren Suchradar nun auf das Risiko für weitere Herz- und Gefäßkrankheiten aus. Für ihre Untersuchung werteten sie die Daten von insgesamt 561.000 Patienten aus dem dänischen Patientenregister aus - 19 Jahre lang, von 1995 bis 2013. Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer waren Frauen.

Sie verglichen die Daten von über 51.000 Migräne-Patienten mit den Daten von 510.000 Menschen, die nicht unter dieser Form der Kopfschmerzen litten. Jeder Migräne-Patient wurde mit zehn Menschen gleichen Alters und Geschlechts verglichen, die frei von Migräne waren. Zum Diagnosezeitpunkt waren die Migränepatienten im Schnitt 35 Jahre alt.

Migräne und Herzinfarkt

Die Forscher fanden einen Zusammenhang zwischen Migräne und einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Blutgerinnsel und unregelmäßiger Herzfrequenz. Das Risiko blieb auch dann erhöht, als sie Risikofaktoren wie Übergewicht und Rauchen berücksichtigt hatten. Nicht erhöht hingegen scheint das Risiko für Arterienerkrankung oder Herzschwäche zu sein.

Risiko durch bestimmte Migräneformen

Patienten mit Migräne-Aura haben demnach ein höheres Herzkreislaufrisiko als Patienten ohne Aura. Das Risiko war bei Frauen höher als bei Männern. Menschen mit Migräne ohne Aura entwickeln meist zunehmende, einseitige pulsierende Kopfschmerzen, die zwischen vier und 72 Stunden andauern können. Betroffene Menschen halten sich während der Anfälle bevorzugt in ruhigen, dunklen Räumen auf, da sie meist licht- und lärmempfindlich sind. Migräne ohne Aura ist die häufigste Migräneform.

Migräne mit Aura ist dadurch gekennzeichnet, dass oft im Vorfeld der Kopfschmerzen Reiz- oder Ausfallerscheinungen wie zum Beispiel Sehstörungen, Sprachstörungen oder Kribbeln in Händen oder Füßen auftreten und einen Anfall ankündigen. Die Aura kann die Migräne auch begleiten und dauert in der Regel 20 bis 60 Minuten. Betroffene erleben häufig das sogenannte Flimmerskotom: Sie sehen blendend helle, flimmernde Strukturen, die sich kranzartig ausdehnen oder auf den Rand des Gesichtsfelds zubewegen. Flimmerskotome schränken die Sicht bis hin zum vollständigen Gesichtsfeldausfall ein. Auch optische Fehlwahrnehmungen sind möglich.

Warum Migräneattacken und ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko zusammenhängen, darüber können die Wissenschaftler nur spekulieren: So nähmen Migränepatienten häufig entzündungshemmende Medikamente ein, die Herzprobleme verursachen können. Zudem hilft es vielen Migränepatienten während der Attacke ruhig  zu liegen - dieser Bewegungsmangel von wenigen Stunden bis drei Tagen könnte das Risiko von Blutgerinnseln erhöhen.