Pati­enten mit Herz­schwäche profi­tieren von Grip­pe­imp­fung

Es ist nachgewiesen, dass Patienten mit einer Herzschwäche positive Effekte von einer Grippeimpfung zeigen.

Ein Forscherteam um Professor Kazem Rahimi von der Universität Oxford hat in einer groß angelegten Studie untersucht, ob eine Grippeimpfung für Patienten mit Herzinsuffizienz sinnvoll ist. Da bei ihnen die Immunantwort schwächer ausfällt als bei Gesunden, führten Kritiker an, dass die Impfung in diesen Fällen weniger effektiv sein könnte.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler Zugriff auf umfangreiche Daten primärversorgender Ärzte. Aus insgesamt 4,9 Millionen Datensätzen der Jahre 1990 bis 2013 filterten Rahimi und Kollegen gut 59.000 heraus, die Patienten mit Herzinsuffizienz betrafen. Diese sahen sie im Hinblick auf Krankenhauseinweisungen wegen Atemwegsinfekten oder Herzbeschwerden durch. Sie verglichen dabei die Jahre, in denen Patienten sich einer Impfung unterzogen hatten, mit solchen, in denen das nicht der Fall war.

Das Ergebnis: Im Zeitraum 31 bis 300 Tage nach der Impfung verringerte sich das Risiko, aufgrund von Atemwegserkrankungen ins Krankenhaus zu müssen, um 16 Prozent. Die Gefahr eines Klinikaufenthalts infolge von Herzbeschwerden sank sogar um 30 Prozent. Zudem ergaben die Daten, dass der Schutzeffekt ein bis drei Monate nach der Impfung am größten ist. Dass neben den Infekteinweisungen auch solche wegen herzbedingter Beschwerden zurückgingen, führt Rahimi darauf zurück, dass durch weniger Infektionen auch weniger Entzündungsprozesse in Gang gesetzt werden, die zur Verschlechterung bestehender Herzerkrankungen führen können.