Sich mit anderen Betroffenen auszutauschen kann Ihnen zu einem positiveren Lebensgefühl und einem besseren Umgang mit der eigenen Situation verhelfen.

Eine chronische Erkrankung, wie eine Koronare Herzkrankheit, begleitet Patienten ein Leben lang. Die damit verbundenen Sorgen und Ängste sind Teil des Alltags und sehr belastend. Gleichzeitig haben Patienten häufig das Gefühl, dass Angehörige und Mitmenschen die Probleme, die mit der Krankheit einhergehen, nicht wirklich verstehen. Der Austausch in einer Selbsthilfegruppe kann helfen, seelischen Druck abzubauen und durch die Erfahrungen der anderen Betroffenen neue Lebensperspektiven für sich selbst zu finden.

Was eine Selbsthilfegruppe ausmacht

In einer Selbsthilfegruppe treffen sich Menschen, die nicht nur ihr Leid, sondern auch ihr Wissen teilen. Als Experten ihrer Krankheit kennen sie sich sowohl mit den Symptomen und den Therapiemöglichkeiten aus als auch mit den daraus erwachsenden Problemen. Wer hier über Herzinfarkt, eine bevorstehende Operation oder die Nebenwirkungen von Medikamenten spricht, muss seine Zweifel und Ängste nicht erklären. Auch die Frustration über Einschränkungen im Berufsleben und in der Freizeit kennen alle Teilnehmer.

Selbsthilfe macht stark!

Aus den gemeinsamen krankheitsbedingten negativen Erfahrungen entwickelt sich schnell etwas Positives: das Gefühl, nicht allein zu sein! Außerdem ergeben sich aus den Gesprächen mit anderen oft neue Perspektiven für das eigene Leben.

Anregungen von Menschen, die selbst erkrankt sind, werden eher als umsetzbar empfunden als gut gemeinte Ratschläge von Nicht-KHK-Patienten. Umgekehrt kann man selbst etwas weitergeben, sodass die persönlichen Erlebnisse anderen nutzen können. Die Gruppe hebt so die Isolation der Einzelnen auf und stärkt das Selbstvertrauen und die Solidarität.

Gemeinsam aktiv!

Viele Gruppen organisieren auch gemeinsame Ausflüge für ihre Mitglieder oder Informationsveranstaltungen zu Themen wie Bewegung und Ernährung, zu denen sie Experten als Referenten einladen. Andere treffen sich, um zusammen Entspannungsübungen zu machen oder sportlich aktiv zu werden. Die gemeinsamen Unternehmungen fördern und fordern einen offenen Umgang mit der Krankheit, sich selbst und anderen. Das hilft, die Krankheit als Teil des eigenen Lebens zu akzeptieren - ein wichtiger Schritt, um den Alltag zu meistern.

Selbsthilfegruppen in der Nähe?

Es gibt viele regional aktive Selbsthilfegruppen. Entsprechende Informationen erhalten Interessierte deshalb oft über ihren Arzt oder im Internet. Herzpatienten finden Selbsthilfegruppen beispielsweise auf der Internetseite der Deutschen Herzstiftung unter:

Jeder Gruppe ist ein persönlicher Ansprechpartner zugeordnet. Zudem bietet die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) eine Onlinedatenbank an. Hier erhalten Betroffene Kontakte zu regionalen Selbsthilfekontaktstellen, die einen Überblick über die Gruppen vor Ort haben.

Selbst eine Gruppe gründen

Wer unter einer Koronaren Herzkrankheit leidet, hat gute Chancen, ein Selbsthilfeangebot in seiner Nähe zu finden. Wenn nicht, steht es jedem frei, selbst eine Gruppe zu gründen. In diesem Fall wenden sich Interessierte am besten an die regionale Selbsthilfekontaktstelle.

Die Mitarbeiter dieser Einrichtungen bieten praktische Hilfestellung bei der Gruppengründung und bei der Öffentlichkeitsarbeit an. Sie stellen Hilfsmittel für die Arbeit und Räume für die Treffen zur Verfügung oder vermitteln diese. Hinweise und Antworten auf Fragen bietet auch der Leitfaden "Starthilfe zum Aufbau von Selbsthilfegruppen", der kostenlos auf der NAKOS-Homepage heruntergeladen werden kann.