Zu Herzrhythmusstörungen kann es kommen, wenn das Herz etwa durch eine Entzündung oder einen Infarkt die Fähigkeit verliert, seinen Takt an die Belastung des Körpers anzupassen und diesen dadurch ausreichend mit Blut zu versorgen. Unbehandelt können Herzrhythmusstörungen zu Schwäche- und Schwindelanfällen bis hin zur Bewusstlosigkeit führen. Hier erfahren Sie, was Sie über das Leben mit einem Herzschrittmacher wissen sollten.

Der Schrittmacher wird unterhalb des Schlüsselbeins entweder direkt unter der Haut oder unter einem Muskel implantiert. Über ein oder zwei lange Elektroden, die bis ins Herz reichen, misst er Ihren Herzschlag und reguliert ihn bei Bedarf durch elektrische Impulse. Die Operation zur Implantation ist relativ harmlos. Die Haut und eine große Vene werden aufgeschnitten, dann wird der Schrittmacher eingesetzt und dessen Elektroden durch die Vene ins Herz geschoben. Normalerweise ist dafür keine Vollnarkose, sondern nur eine örtliche Betäubung nötig. Die Operation kann ambulant erfolgen. Nur sehr selten kommt es dabei oder danach zu Komplikationen, etwa durch Blutergüsse, Entzündungen der Operationswunde oder Verschiebungen der Elektrodenspitzen. Nach der Implantation erhalten Sie einen Schrittmacherausweis mit Angaben zum Gerät und zu seiner Programmierung. Wenn Sie einen Herzschrittmacher tragen, sollten Sie diesen Ausweis immer dabeihaben! Er liefert Ärzten in einem Notfall wichtige Informationen.

Nach der Operation

An den ersten Tagen nach der Operation sollten Sie körperliche Anstrengung vermeiden, weil sich der Körper von dem Eingriff erholen und mit dem Schrittmacher verwachsen muss. Ungefähr zehn Tage nach der Operation werden die Fäden gezogen. Bis dahin sollten Sie die Haut um die Wunde herum nur vorsichtig mit einem Waschlappen reinigen, um die Heilung nicht zu verzögern oder gar eine Infektion zu verursachen. Wichtig ist außerdem, dass Sie in den zwei Wochen nach der Operation den Arm auf der Seite des Schrittmachers nicht über Brusthöhe zu heben. Sonst könnte die Heilung durch Zug an den Elektroden gestört werden. Ist diese Zeit überstanden, empfinden die meisten Patienten das Leben mit Herzschrittmacher als wesentlich angenehmer als vorher.

Allerdings müssen Sie einige Dinge beachten: Unter anderem muss der Schrittmacher regelmäßig überprüft werden. Etwa ein bis drei Monate nach der Implantation steht die erste Kontrolle durch Ihren Kardiologen oder die Schrittmacherambulanz des behandelnden Krankenhauses an. Danach sollten Sie das Gerät etwa alle sechs bis zwölf Monate überprüfen lassen. Dabei werden die Batterie und die Elektroden kontrolliert und verschiedene Daten ausgelesen, zum Beispiel wie oft der Herzrhythmus reguliert werden musste.

Aufpassen müssen die Träger von Herzschrittmachern beim Umgang mit elektrischen Geräten. Denn elektromagnetische Felder können das Gerät stören, was sich durch einen spürbar unregelmäßigen Pulsschlag oder Schwindelgefühle äußern kann. Achten Sie deshalb bei der Verwendung elektrischer Werkzeuge, zum Beispiel bei Bohrmaschinen, Heckenscheren oder Rasenmähern, auf einen Abstand von mindestens 30 Zentimetern zu Ihrem Schrittmacher! Bei Haushaltsgeräten wie Toastern, Spül- und Waschmaschinen sollte der Mindestabstand 15 bis 30 Zentimeter betragen, bei Induktionsherden ist die Gebrauchsanleitung zu beachten. Telefonieren Sie mit Ihrem Mobiltelefon immer an dem vom Schrittmacher weiter entfernten Ohr und tragen Sie das Handy nicht in einer Hemden- oder Jackentasche in der Nähe des Schrittmachers. Zudem sollten Sie größere elektrische Anlagen, etwa Mobilfunkmasten oder Hochspannungsleitungen, meiden.