Kurze Tage und eisige Temperaturen sind nicht nur trist und ungemütlich, sie belasten auch Herz und Kreislauf. Menschen mit koronarer Herzerkrankung sollten in der dunklen Jahreszeit deshalb einige Vorsichtsmaßnahmen treffen, um sich vor der Kälte und ihren Folgen zu schützen. 

Im Winter rollt auch die jährliche Grippewelle über Deutschland. Hier gilt: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Gerade Patienten mit Herzschwäche sollten sich impfen lassen, um Komplikationen vorzubeugen.

Kälte belastet den Kreislauf

Um einem Wärmeverlust vorzubeugen, verengen sich die Blutgefäße bei winterlichen Temperaturen. Das Herz muss nun gegen einen größeren Widerstand arbeiten, um das Blut auch in die kleinsten und abgelegensten Gefäße im Körper zu pumpen. Das belastet den Herzmuskel und fordert den Körper vor allem dann heraus, wenn das Herz bereits vorgeschädigt ist.

Eine groß angelegte Studie mit den Daten von über 23.000 Herzkranken in China zeigte, dass der Blutdruck mit sinkenden Temperaturen ansteigt. Bei Temperaturen über fünf Grad Celsius hatten Temperaturstürze von zehn Grad Celsius durchschnittlich einen Blutdruckanstieg von 6,2 mmHg zur Folge. Auch die Gefahr von Herzanfällen war in der kalten Jahreszeit höher. 

Tipps für kalte Temperaturen

Um sich vor den Folgen der Kälte zu schützen, sollten Herzpatienten deshalb einige Regeln befolgen.

  • In Haus oder Wohnung gilt es, eine zu kalte Raumtemperatur zu vermeiden, um den Kreislauf nicht unnötig zu belasten. Da Experten bisher keine exakten Gradzahlen empfehlen können, sollte man sich bei der Wahl der Temperatur vor allem am eigenen Wohlbefinden orientieren. 
  • Leichte Bewegung an der frischen Luft und Sport in Maßen sind grundsätzlich erlaubt, um das Herz zu stärken. Auch hier ist es wichtig immer auf den eigenen Körper zu hören und geplante sportliche Aktivitäten vorab mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.
  • Anzeichen für Herzprobleme, wie Brustkorbschmerzen oder Atembeschwerden sind immer ernst zu nehmen. 
  • Außerdem empfehlen sich warme Kleidung und ein kleines Aufwärmprogramm in den eigenen vier Wänden, bevor es an die frische Luft geht.

Neue Studie: Grippeimpfung, ja bitte!

Auch Infektionskrankheiten wie die echte Grippe (Influenza) stellen für Menschen mit Herzschwäche ein Risiko dar. Eine Studie englischer Wissenschaftler ergab, dass gegen Grippe geimpfte Herzkranke ein geringeres Risiko tragen, wegen Atemwegs- oder Herzbeschwerden ins Krankenhaus zu kommen. Die Grippeimpfung ist für Betroffene deshalb unbedingt zu empfehlen. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt jedes Jahr einen neuen Impfstoff, der möglichst gegen die aktuell kursierenden Keime schützen soll. Die Impfung erfolgt deshalb jährlich am besten schon im Herbst, damit das Immunsystem für den Ausbruch der Grippewelle im Winter gewappnet ist.