Für Sie als Patient ist es wichtig, sich intensiv mit Ihrer Erkrankung auseinanderzusetzen. Denn nur wer gut über seine Krankheit Bescheid weiß, kann die Symptome reduzieren und trotz der Erkrankung ein möglichst normales Leben führen.

Werden Sie Ihr eigener Gesundheitsmanager

Um mit einer Erkrankung wie der KHK gut zurechtzukommen, ist es wichtig, zu einem "Experten" für die eigene Krankheit zu werden. KHK ist eine nicht heilbare Erkrankung. Nur gut informierte Patienten können beispielsweise Warnsignale rasch erkennen und so Verschlechterungen frühzeitig abwenden.

Ihre Mitarbeit und Ihr Verständnis von KHK sind der Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung. Je aktiver Sie sich beteiligen und je mehr Verantwortung Sie für Ihre Therapie übernehmen, desto besser ist es für Ihre Gesundheit. Nur wer weiß, worum es geht, kann eine Therapie verstehen und gegebenenfalls mitentwickeln. Wenn Sie wissen, wie das Herzinfarktrisiko minimiert werden kann, fühlen Sie sich beispielsweise sicherer. Nehmen Sie an einer Patientenschulung teil. Dort erfahren Sie viele wichtige Informationen über die Krankheit, ihre Risikofaktoren und darüber, wie Medikamente wirken. So erhalten Sie das "Rüstzeug" für das Management Ihrer KHK.

Therapietreue ist wichtig

Studien zeigen, dass es chronisch kranken Patienten auf Dauer häufig schwerfällt, die ärztlichen Empfehlungen zu befolgen. Viele lassen Medikamente weg und befassen sich wenig mit den Anweisungen ihres Arztes. Mediziner sprechen von mangelnder "Compliance" oder mangelnder "Adhärenz" des Patienten. "Compliance" und "Adhärenz" lassen sich mit "Therapietreue" übersetzen. Gemeint ist, dass der Patient das Konzept einer Therapie versteht, akzeptiert und umsetzt. Dazu gehört beispielsweise, Medikamente wie verordnet einzunehmen. Wer seine Präparate weglässt, weil er seine gesundheitliche Verfassung für stabil hält oder die Einnahme vergisst, nimmt auf Dauer unnötig die Verschlechterung seines Zustandes in Kauf. Die medikamentöse Therapie Ihrer Krankheit setzt nicht nur auf kurzfristige und direkt fühlbare Wirkungen, sondern auch auf eine langfristige Verbesserung des Krankheitsverlaufs. Haben Sie Angst vor Nebenwirkungen eines Präparats, besprechen Sie das mit Ihrem Arzt, anstatt die Behandlung auf eigene Faust abzubrechen.

"Therapietreue" bei KHK bedeutet allerdings mehr als die richtige Einnahme von Medikamenten. Fast immer beinhaltet das Therapiekonzept auch eine Änderung des Lebensstils. Nur die konsequente Durchführung vorbeugender Maßnahmen bringt neben der Medikamenteneinnahme die Krankheit zum Stillstand. Der Verzicht auf Nikotin senkt beispielsweise das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, innerhalb von zehn Jahren auf 50 Prozent. Regelmäßige sportliche Betätigung kann das Risiko ebenfalls deutlich senken. Ihr Arzt wird mit Ihnen Ihre individuellen Risikofaktoren besprechen, die die Entstehung der KHK in der Vergangenheit befördert haben. Er wird Ihnen gegebenenfalls dringend raten, sich mehr zu bewegen oder Übergewicht zu reduzieren. Doch gerade die Verfolgung dieser Ziele ist schwierig und erfordert Disziplin. Das kann nur gelingen, wenn Sie die Behandlung Ihrer Krankheit zu Ihrem persönlichen Lebensziel erklären.

Sie stehen im Mittelpunkt

Unverzichtbar für die Behandlung sind regelmäßige Arztbesuche und Medikamente. Das allein reicht aber nicht aus: Die Änderung des Lebensstils, eine individuelle Therapie und die Zusammenarbeit von Ärzten, Kliniken, ambulanten Gruppen und Ihrer Krankenkasse sind ebenso wichtig. Sie als aktiver Patient stehen dabei im Mittelpunkt: Die Krankheit soll nicht über Ihr Leben bestimmen. Sorgen Sie gut für sich, übernehmen Sie Verantwortung!