Thera­pie­mög­lich­keiten bei Blut­hoch­druck

Das Ziel einer Bluthochdrucktherapie besteht vor allem darin, den Blutdruck zu senken und Folgeerkrankungen wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verhindern. 

Die erfolgreiche Bluthochdrucktherapie verringert das Risiko, einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder ein Nierenversagen zu erleiden. Dafür muss der Blutdruck dauerhaft unter 140/90mmHg liegen. Bei bestimmten Begleitdiagnosen, wie beispielsweise Nierenerkrankungen, kann es notwendig sein, die Zielwerte noch niedriger, zum Beispiel auf 130/80mmHg, anzusetzen. Bei über 80-jährigen Patienten sind Werte bis 150mmHg und - abhängig vom Gesundheitszustand des Patienten - auch höhere Werte akzeptabel.

Ein hoher Blutdruck bildet sich leider in den meisten Fällen nicht von selbst zurück, sondern verschlechtert sich mit jedem Jahr, wenn er nicht behandelt wird. Für die richtige Behandlung ist es wichtig, zwischen primärem und sekundärem Bluthochdruck zu unterscheiden.

Beim sekundären Bluthochdruck behandeln Ärzte die bekannte Ursache der hohen Blutdruckwerte. Ist dies nicht möglich oder normalisiert sich der Blutdruck danach nicht, erfolgt die Behandlung in den meisten Fällen wie beim primären Bluthochdruck.

"Die erfolgreiche Therapie des Bluthochdrucks besteht aus zwei Behandlungswegen, die sich gegenseitig ergänzen", sagt Petra Rudnick vom TK-Ärztezentrum. "Der konsequente Einsatz von blutdrucksenkenden Medikamenten und nichtmedikamentöse Maßnahmen sind die Säulen der Bluthochdrucktherapie", ergänzt die Allgemeinmedizinerin. 

Wann sind welche Maßnahmen notwendig?

Schwerer Bluthochdruck

Dauerhaft hohe Bluthochdruckwerte ab 180 mmHg systolisch und 110 mmHg diastolisch bergen ein hohes Risiko. Sofort plant der Arzt mit Ihnen gemeinsam die medikamentöse Therapie sowie weitere nicht-medikamentöser Maßnahmen.

Leichter und mittelschwerer Bluthochdruck

Bei Blutdruckwerten ab 140 mmHg systolisch und 90 mmHg diastolisch empfiehlt der Arzt zunächst nicht-medikamentöse Maßnahmen und verordnet Medikamente, wenn der Patient weitere Risikofaktoren mitbringt.

Hochnormaler Blutdruck

Bei Blutdruckwerten ab 130mmHg systolisch und 85 mmHg diastolisch sind nicht-medikamentöse Maßnahmen sinnvoll. Zusätzlich wird der Arzt Diabetikern oder Patienten mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen Medikamente verordnen.

Für Bluthochdruckpatienten besteht die Gefahr einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, wenn sie weitere Risikofaktoren mitbringen. Dazu zählen:

  • erhöhte Blutfette
  • Rauchen
  • Alter über 55 Jahren bei Männern/über 65 Jahren bei Frauen
  • Fettleibigkeit
  • Diabetes mellitus beziehungsweise eine gestörte Glukosetoleranz
  • Herzinfarkt bei einem nahen Verwandten, der das 60. Lebensjahr noch nicht erreicht hatte 

Besonders gefährdet sind Patienten mit einer Herzerkrankung, nach einem Schlaganfall, mit einer Nierenerkrankung oder Durchblutungsstörungen in den Beinen. 

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

Ein gesunder Lebensstil ist das Fundament der Blutdrucktherapie: Sport und eine gesunde Ernährung sind die Grundlagen der Behandlung. Diese Maßnahmen sind für den Therapieerfolg genauso wichtig wie die Behandlung mit Medikamenten. Die Wirkung der Arzneimittel lässt sich durch einen gesunden Lebensstil verbessern, sodass möglicherweise eine geringere Dosis von Medikamenten ausreichend ist.

Aktiv informieren

Vorneweg steht die Bereitschaft, sich aktiv an der Therapie zu beteiligen, das heißt Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Persönliches Engagement entscheidet über den Erfolg der Behandlung, deshalb sollten Sie sich umfassend über das Thema Bluthochdruck informieren. Aufklärung bedeutet, über die Erkrankung, die damit verbundenen Gefahren und die Behandlungswege genau Bescheid zu wissen. Nur wer gut informiert und gewissermaßen ein Experte auf dem Gebiet Bluthochdruck ist, kann an den Therapieentscheidungen mitwirken.

Gesund Leben

Wichtig ist, mögliche Gefahren des eigenen Lebensstils zu erkennen, die den Blutdruck erhöhen. Hierzu zählen Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel, Stress, hoher Alkohol- und Salzkonsum. Ein erster Schritt im Sinne von "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt" wäre, selbst zu überprüfen, welche Belastungsfaktoren sich durch ihren eigenen Lebensstil ergeben. Wer Übergewicht hat, sich weniger als 30 Minuten am Tag bewegt, raucht und zu viel Alkohol konsumiert (Männer mehr als 20 Gramm und Frauen mehr als zehn Gramm pro Tag), führt ein riskantes Leben. Übrigens: Ein Viertelliter Wein oder ein halber Liter Bier enthalten jeweils etwa 20 Gramm Alkohol.

Übergewicht ist der wohl wichtigste und häufigste Auslöser für Bluthochdruck. Etwa jede zweite Person, die unter Bluthochdruck leidet, hat Übergewicht. Durchschnittlich bewirkt eine Gewichtsabnahme von einem Kilogramm eine Blutdrucksenkung von etwa 2 mmHg systolisch und diastolisch, bei 5 Kilogramm also 10 mmHg.

Regelmäßige Blutdruckkontrolle

"Um den Blutdruck und die Wirkung der Medikamente zu kontrollieren, sollten Sie ihren Blutdruck regelmäßig messen" sagt Petra Rudnick vom TK-Ärztezentrum und ergänzt: "Am Anfang der Therapie ist dies zweimal täglich ausreichend. Ist der Blutdruck stabil eingestellt, genügt es, den Blutdruck seltener, zum Beispiel etwa dreimal in 14 Tagen zu messen", so Rudnick.