Eine akute Herzinsuffizienz tritt meist durch plötzliche Ereignisse wie bei Blutgerinnseln in den Lungengefäßen, einer sogenannten Lungenembolie, oder nach einem Herzinfarkt auf. Eine chronische Herzinsuffizienz entwickelt sich langsam, im Laufe von Monaten bis Jahren.

Was ist die Aufgabe des Herzens?

Die Aufgabe des Herzens besteht darin, den Blutkreislauf zur Versorgung des Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen aufrecht zu erhalten.

Das Herz besteht aus einer rechten und einer linken Hälfte. Mit der linken Hälfte pumpt es das Blut in den großen Körperkreislauf mit Organen wie Nieren, Gehirn, Leber und Milz. Mit der rechten Hälfte wird das Blut in die Lunge gepumpt. Je nachdem, welche Herzhälfte geschwächt ist, spricht man von einer Rechts- oder Linksherzinsuffizienz. Sind beide Herzhälften betroffen, bezeichnet man dies als Globalinsuffizienz.

Wie häufig ist die Herzinsuffizienz?

Die Häufigkeit einer Herzinsuffizienz ist altersabhängig: Ab dem 50. Lebensjahr leiden ein Prozent und ab dem 80. Lebensjahr zehn Prozent an einer Herzinsuffizienz. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Welche Ursachen hat eine Herzinsuffizienz?

Die häufigsten Gründe für eine Herzinsuffizienz sind Bluthochdruck und die Koronare Herzkrankheit (KHK), die zu Durchblutungsstörungen des Herzmuskels führt. Auch ein Herzinfarkt kann mit Herzschwäche einhergehen.

Vermindert sich die Pumpleistung des Herzens, kann dies auch durch Herzrhythmusstörungen bedingt sein. Eine Verschlechterung der Leistungsfähigkeit des Herzens tritt auch bei Herzklappenfehlern, Herzmuskelerkrankungen, Entzündungen des Herzens oder bei einer Einengung des Herzbeutels auf.

Einige Lungenerkrankungen, beispielsweise die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), können den Widerstand im Lungenkreislauf, gegen den das Herz pumpen muss, so stark erhöhen, dass die rechte Herzhälfte überlastet wird: Eine Rechtsherzinsuffizienz entsteht.

Woran erkennt man eine Herzinsuffizienz?

Durch die schlechtere Versorgung des Körpers mit sauerstoffreichem Blut ist die Leistungsfähigkeit von Patienten mit einer Herzinsuffizienz deutlich herabgesetzt. Sie sind körperlich nicht mehr so gut belastbar und kommen zum Beispiel beim Treppensteigen oder bei der Gartenarbeit stark außer Atem.

Bei einer Linksherzinsuffizienz tritt nicht selten ein Gefühl der Luftnot auf. Bei sehr schwerer Herzinsuffizienz nimmt die Luftnot bereits im Liegen zu, sodass die Betroffenen dann nur mit erhöhtem Oberkörper schlafen können. In der Lunge kann sich durch bestimmte Mechanismen Wasser ansammeln.

Ist die rechte Herzhälfte stärker beeinträchtigt, kommt es zu einem Rückstau von Blut in den Körper, was sich meist durch ein Schwere- und Spannungsgefühl in den Beinen bemerkbar macht; die Fußknöchel und Unterschenkeln schwellen zum Beispiel an. Wenn man daher, ohne sich das so recht erklären zu können, relativ plötzlich an Gewicht zugenommen hat, sollte man unbedingt einen Arzt darüber informieren.

Nicht selten führt die Wasseransammlung im Körper zu Magen-Darm-Beschwerden oder zur sogenannten Stauungsleber. Letzte kann mit einer Gelbfärbung der Haut einhergehen.

Im Liegen und bei körperlicher Ruhe wird das Wasser meistens wieder in die Blutbahn aufgenommen und über die Nieren ausgeschieden. Daher wachen die Patienten nachts häufig wegen Harndrangs auf.

Besonders bei älteren Menschen macht sich eine Herzinsuffizienz oft auch durch Schwindelanfälle bemerkbar. Ist das Herz sehr schwach, leiden diese Patienten auch in Ruhe unter starker Luftnot, sie können sogar kurzzeitig bewusstlos werden.

Ärzte teilen die Herzinsuffizienz in vier Schweregrade ein. Sie richten sich dabei nach dem Schema der New-York-Heart-Association (NYHA). Die einzelnen Schweregrade zeigen die Stärke der Beschwerden (zum Beispiel Luftnot und Müdigkeit) an, die ein Betroffener bei körperlicher Anstrengung empfindet.

Im NYHA-Stadium I ist die Belastbarkeit normal und es liegen keine Beschwerden vor. Im Stadium II treten Beschwerden bei stärkerer körperlicher Belastung auf. Im Stadium III nimmt der Betroffene schon bei leichter körperlicher Belastung Beschwerden wahr. Und im NYHA-Stadium IV kommt es schon in Ruhe zu Beschwerden und diese verschlechtern sich bereits bei geringster körperlicher Belastung.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Nach einer gründlichen körperlichen Untersuchung wird in ein Elektrokardiogramm (EKG) gemacht. Dieses kann typische Veränderungen der Herzströme durch die Herzschwäche anzeigen.

Ein Belastungs- oder Stress-EKG ermöglicht es dem Arzt einzuschätzen, wie stark der Patient noch körperlich belastbar und wie fortgeschritten dementsprechend die Herzinsuffizienz ist.

Eine Ultraschall-Untersuchung des Herzens, die sogenannte Echokardiografie, liefert den entscheidenden Hinweis auf eine verminderte Leistungsfähigkeit des Herzens. Röntgenaufnahmen des Brustkorbs können eine Herzinsuffizienz ebenfalls sichtbar machen. Auch eine Herzkatheteruntersuchung ist gegebenenfalls nötig.

Wie wird eine Herzinsuffizienz behandelt?

Im Vordergrund der Therapie steht die Behandlung der Grundkrankheit, welche die Herzinsuffizienz verursacht hat.

Die Herzinsuffizienz an sich kann symptomatisch behandelt werden. Maßnahmen, die die Beschwerden gut lindern können, sind:

  • Erhöhten Blutdruck senken
  • Begrenzung der Flüssigkeitsaufnahme
  • Einschränkung des Alkoholkonsums, Verzicht auf das Rauchen
  • Regelmäßige körperliche Bewegung bei leichter bis mittelschwerer Herzinsuffizienz, zum Beispiel im Rahmen einer Koronarsportgruppe
  • Körperliche Schonung bis hin zu Bettruhe bei schwerer Herzinsuffizienz

Eine weitere wichtige Therapie-Maßnahme ist die Gabe von Medikamenten, die das Herz entlasten:

  • Entwässernde Medikamente (Diuretika)
  • ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer), alternativ AT1-Rezeptorblocker (Angiotensin-1-Rezeptorblocker)
  • Aldosteron-Antagonisten
  • Betablocker
  • Herzglykoside (Digitalispräparate)
  • Blutverdünnende Medikamente

Darüber hinaus muss man manchmal auch einen Herzschrittmacher einsetzen oder das Herz mithilfe spezieller Systeme unterstützen. Eine allerletzte Möglichkeit für ein geschwächtes Herz kann eine Herztransplantation sein.

Wie ist die Prognose der Herzinsuffizienz?

Unbehandelt kann sich der Gesundheitszustand durch eine Herzinsuffizienz stark verschlechtern. Durch eine Umstellung der Lebensweise und eine wirksame Behandlung lassen sich die Beschwerden aber gut lindern und die Prognose der Erkrankung verbessern.