Eine FSME-Infektion kann, muss aber nicht zu Beschwerden führen. Bei Kindern bleibt eine Infektion mit dem FSME-Virus häufig unbemerkt oder die Beschwerden sind nur leicht und vorübergehend. Die Symptome einer leichten FSME-Infektion ähneln denen einer Grippe wie Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindelgefühl.

Eine FSME-Erkrankung wird festgestellt, indem das Blut oder das Gehirnwasser (Liquor) auf die Erreger hin untersucht wird. Da es sich um Viren handelt, wirken Antibiotika nicht. Antivirale Mittel stehen nicht zur Verfügung, deshalb gibt es bisher keine direkt gegen das FSME-Virus gerichtete Therapie. Bei einer Erkrankung können aber die Symptome behandelt werden.

Meist heilt die FSME ohne weitere Folgen aus - die Beschwerden können jedoch über Monate andauern. Ein schwerer Verlauf ist bei Erwachsenen wesentlich häufiger als bei Kindern. Bei den meisten Kindern verläuft die Infektion milde, Langzeitschäden kommen kaum vor.

Woran erkennt man einen schweren Erkrankungsverlauf?

Bei manchen Erkrankten kommt es nach dem Abklingen der ersten grippeähnlichen Beschwerden und einer vorübergehenden Besserung erneut zu Fieber, Erbrechen und Kopfschmerzen. Zusätzlich treten Bewusstseins- und Koordinationsstörungen oder Lähmungen auf. Diese Beschwerden entstehen durch die Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute. Die Lähmungen sind meist vorübergehend, können selten aber auch dauerhaft bestehen bleiben. Todesfälle durch eine FSME sind äußerst selten.

Sehr selten ist eine zusätzliche Entzündung des Rückenmarks (Myelitis), die sich durch Muskelschwäche, Lähmungen und Gefühlsstörungen bemerkbar macht. Sie kommt bei älteren Menschen häufiger als bei jüngeren vor. Wenn eine FSME auftritt, verläuft sie

  • bei etwa 70 von 100 Erkrankten leicht und
  • bei etwa 30 von 100 Erkrankten schwer.

In ganz Deutschland wurden im Jahr 2015 insgesamt etwa 220 FSME-Erkrankungen (leichte und schwere) gemeldet - die meisten davon in Bayern und Baden-Württemberg. Schätzungen gehen davon aus, dass von 100 Personen, bei denen es infolge einer FSME zu einer Gehirnentzündung kommt, eine stirbt.

Wie hoch ist das Risiko, nach Zeckenstich an FSME zu erkranken?

Wie wahrscheinlich es ist, durch einen Zeckenstich FSME zu bekommen, lässt sich nur sehr grob schätzen. Vor allem in Norddeutschland gibt es kaum Zecken, die FSME-Viren tragen. Bestimmte Regionen werden als FSME-Risikogebiete bezeichnet. Das sind Landkreise, in denen es häufiger als anderswo zu FSME-Erkrankungen kommt. Ein Landkreis gilt dann als Risikogebiet, wenn es im Kreis selbst oder zusammen mit allen angrenzenden Kreisen in einem Zeitraum von fünf Jahren bei mindestens einem von 100.000 Einwohnern zu einer FSME-Erkrankung gekommen ist. In den ausgewiesenen Risikogebieten traten bislang in fünf Jahren bis zu 40 Erkrankungen pro 100.000 Einwohnern auf.

Die Zahlen zeigen: Auch in Risikogebieten ist die Wahrscheinlichkeit, an FSME zu erkranken, sehr gering. Bundesländer, in denen vermehrt FSME-Erkrankungen auftreten, sind Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Eine Karte der FSME-Risikogebiete findet sich auf der Seite des Robert Koch-Instituts (RKI). Diese zeigt genauer an, in welchen Landkreisen das Risiko erhöht ist. Selbst in den Risikogebieten in Süddeutschland ist nur ein kleiner Teil der Zecken mit dem Virus infiziert. Geschätzt wird, dass 0,1 bis 5 Prozent der dortigen Zecken Virenträger sind.

In anderen Ländern gibt es ebenfalls Zecken, die die Krankheitserreger tragen. In Osteuropa kommt es am häufigsten zu FSME-Erkrankungen – zum Beispiel in bestimmten Gebieten in Russland, Tschechien, Litauen und Polen. Auch in Teilen von Österreich, Ungarn oder Kroatien, Schweden oder Finnland ist das Risiko erhöht. Selten wird das Virus hingegen in Italien, Griechenland, Norwegen und Dänemark übertragen. FSME-frei sind Großbritannien und die Benelux-Staaten.

Für wen ist eine FSME-Impfung sinnvoll?

Eine Impfung kann nur vor dem FSME-Erreger schützen und nicht vor der wesentlich häufigeren durch Zeckenstich übertragene Borreliose. Studien zeigen, dass die meisten Geimpften durch die Impfung Antikörper gegen das FSME-Virus bilden. Diese verhindern, dass sich FSME-Viren im Körper ausbreiten können.

Die Impfung besteht aus drei Impfstoff-Spritzen: Die ersten beiden erhält man im Abstand von etwa ein bis drei Monaten, die dritte dann fünf bis zwölf Monate nach der ersten Dosis. Eine Auffrischungsimpfung wird drei bis fünf Jahre nach Abschluss der ersten Impfung empfohlen. Bereits nach der zweiten Impfung hat ein Großteil der Geimpften einen vorübergehenden Impfschutz. Auch Kinder können gegen FSME geimpft werden. Bei ihnen ist das Risiko für einen schweren Verlauf aber ohnehin deutlich geringer als bei Erwachsenen.

Durch die Impfung treten öfter vorübergehende Nebenwirkungen wie Fieber, Schwindel, Kopfschmerzen, Kribbeln oder Übelkeit auf. Sehr selten kann eine FSME-Impfung auch schwere Folgen wie Nervenschäden haben.

Eine Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Menschen empfohlen, die sich in einem FSME-Risikogebiet aufhalten und viel in der Natur unterwegs sind. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Impfung für Einwohner von Risikogebieten. Ob eine Impfung auch bezahlt wird, wenn beispielsweise ein Urlaub in einem Gebiet mit erhöhtem FSME-Risiko geplant ist, klärt man am besten vorab mit der Krankenkasse. Außerdem wird die Impfung für bestimmte Berufsgruppen vom Arbeitgeber bezahlt, etwa in der Land- und Forstwirtschaft.